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Radmer – Eisenerz (St. LRWW, Teil 21)

Tag fünf der Teiletappe Trieben – Eisenerz und das heißt: Finaale! Von Radmer geht es heute an den Zielort unserer diesjährigen Wanderwoche. Und der heißt, wenn es nach J. geht: Leopoldsteinersee. Auffällig oft ist während des Gehens die Rede davon, wie schon und malerisch der See doch liegt und wie toll es sein wird, in das kalte Wasser hineinzuspringen. Das Tagesziel heißt also: Schnell genug gehen, damit sich noch ein Hupfer ausgeht!

Radmer lassen wir bald hinter uns

Radmer lassen wir bald hinter uns

Allzu anspruchsvoll ist die heutige Etappe auch nicht: Da das Wegstück über das Flieherkreuz seit einem Hangrutsch gesperrt ist, müssen wir per Forststraße nach Eisenerz hatschen. Gemütlich, aber langweilig. Entschädigung bieten da nur die ständig wechselnden spektakulären Aussichten auf die Berge rundherum.

Gesperrt: Der 601 weicht über die (leider längere) Forststraße aus

Gesperrt: Der 601 weicht über die (leider längere) Forststraße aus

Auch für ein paar Wander-Tratscherl mit anderen Leuten ist Zeit, das verkürzt die Zeit auch auf angenehme Weise. .

Spektakuläre Aussichten von der Forststraße aus: Kaiserschild (2084m) mit Bärenloch

Spektakuläre Aussichten von der Forststraße aus: Kaiserschild (2084m) mit Bärenloch

Überraschend schnell kommen wir in der Eisenerzer Ramsau an, von wo aus wir schon am Handy eine Bus-Verbindung zum Leopoldsteinersee ausfindig gemacht werden. Wir werden schnell wie noch nie, um den Bus auch wirklich zu erreichen und eilen unter anderem an der Ausbildungsstätte für Nordische Wintersportler vorbei. Heute leider kein Mattenspringen.

NAZ Eisenerz: Leider heute kein Mattenspringen für uns

NAZ Eisenerz: Leider heute kein Mattenspringen für uns

Wir kommen pünktlich bei der Bushaltestelle an, vom Bus allerdings keine Spur. Auch am Fahrplan ist von der Verbindung, die uns die App da versprochen hat, leider keine Rede mehr. Was tun? Handynetz gibt es leider keines. Als wir ins nächste Gasthaus gehen wollen, um uns dort ein Taxi rufen zu lassen, passiert das unwahrscheinliche Glück: Ein Taxi fährt vor! Die Fahrerin klärt uns dann auch gleich auf, was es mit dem mysteriösen Bus auf sich hatte. Rufbus! Kommt nur dann, wenn man ihn eine Stunde vorher auch bestellt. Darauf sind wir Stadtpflanzen, die beide aus eher Öffi-Verbindungs-verwöhnten Teilen der Steiermark kommen, nicht selber gekommen. Praktischerweise ist die Taxifahrerin in Personalunion mit der Rufbusfirma und bringt uns daher nicht nur – jetzt noch zum Taxipreis – zum Leopoldsteinersee, sondern notiert unseren Bedarf für die Rückfahrt gleich. Sehr praktisch!

Der Berg, der am leichtesten zu erkennen ist von allen: Erzberg

Der Berg, der am leichtesten zu erkennen ist von allen: Erzberg

Somit lassen wir den langen Straßenhatsch hinein nach Eisenerz einen langen Straßenhatsch sein und fahren direkt zum See, wo wir noch großzügige 3 Stunden Zeit zum Plantschen, Grapefruitradlertrinken und Sonnenbaden haben. Das Wasser hat vielleicht 17,18 Grad und schnürt einem kurz die Luft ab, aber es lohnt sich. Und nächstes Jahr werden wir genau von hier aus starten: Es geht über die Sonnschienhütte auf den Hochschwab und auf der anderen Seite wieder hinunter bis nach Krieglach: Eine wunderschöne, aber auch fordernde Teilstrecke. Vielleicht trainieren wir aber vorher endlich einmal!

Türkisblaues Seensuchtsziel: Leopoldsteinersee

Türkisblaues Seensuchtsziel: Leopoldsteinersee

Radler austrinken, hineinspringen, nach Luft schnappen und sich freuen. Ein super Wander-Finale!

Radler austrinken, hineinspringen, nach Luft schnappen und sich freuen. Ein würdiges Wander-Finale!

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Heßhütte – Radmer (St. LRWW, Teil 20)

Sulzkaralm

Den „zachen Schuach“ haben wir ja gestern problemlos bewältigt, aber heute wird es so richtig zach: Nach Radmer an der Stube liegt eine ziemlich lange Etappe vor uns. 7-8 Stunden Gehzeit schreibt der Alpenverein, für uns wohl eher mindestens 10. Dementsprechend früh starten wir von der Heßhütte aus los. Zunächst gilt es einen Bergsattel zu bewältigen, wir müssen beim „Sulzkarhund“ vorbei. Den Namen hat die Felsformation tatsächlich von dem Hund, den manche Leute im Felsen zu erkennen glauben. Wir haben es nicht gesehen, sorry! Das könnte aber auch daran gelegen haben, dass wir von der Aussicht wieder einmal abgelenkt waren.

Frisch und fröhlich geht es frühmorgens von der Heßhütte los

Frisch und fröhlich geht es frühmorgens von der Heßhütte los

Dafür gibt es aber von noch viel netteren Tier-Begegnungen zu berichten: Am ziemlich steilen Abstieg in Richtung Sulzkaralm pfeift uns nämlich jemand nach! Wir sehen etliche Murmeltiere aus der Entfernung, leider scheinen sie recht schüchtern zu sein. Unsere Bilddokumentation lässt daher etwas zu wünschen übrig. Wieder sorry.

Am Sulzkarhund

Am Sulzkarhund

Mur-mel-tie-re!

Mur-mel-tie-re!

Auch auf dem weiteren Weg verläuft die heutige Etappe tierisch gut: Es gibt eine kleine Herde Pferde, die uns erfreulicherweise auch ignorieren und wenig später bei einer Almhütte eine Jagdhündin mit Streicheldefizit und äußerst entspannte Schweine, die gerade in der Sonne schlafen. An dieser Stelle herzlichen Dank für den Gratis-Saft, lieber Senner!

Bitte streicheln!

Bitte streicheln!

Wir sitzen also kurz in der Sonne und genießen die Landschaft, bevor wenig später erste Anzeichen von Demotivation auftauchen: Der Weg nach Radmer – er würde entlang der Felswand des mächtigen Lugauers führen, mit noch vielen weiteren Höhenmetern bergauf und bergab – ist noch ziemlich weit und wir sind doch heute schon soo weit gegangen! Zeit, sich die Alternativen anzuschauen. Eine wenig begangene Abkürzung durch den Wald, die möglicherweise steil durch Brennnesseln und „Pletschen“ hinaufführt? Oder die Forststraße hinunter nach Hieflau, von wo aus man per Taxi nach Radmer gelangen könnte? Letzteres gewinnt. Dank der Aussicht auf einen Eisbecher im Tal. Und der verheißungsvollen Wegnummer: Es ist die 666! Huch!

Sulzkaralm

Sulzkaralm

Unerschrocken schreiten wir den Wanderweg des Teufels foran und die Gespräche drehen sich immer mehr um die bald zu bestellenden Eisbecher, als uns irgendwann klar wird, warum der Weg so teuflisch ist: Es ist eine eewig lange, öde Forststraße. Die Eisbecher scheinen noch in weiter Ferne, als ein Retter in der Not auftaucht: Wir dürfen mit dem Auto mit ins Tal nach Hieflau hinunter fahren. Danke!

666 - the number of the wanderweg

666 – the number of the wanderweg

Die Zivilisation hat uns wieder und es werden Joghurt-Früchte und „Heiße Liebe“, ein Taxi bringt uns von Hieflau rasch nach Radmer an der Stube, wo wir diesmal in einem Gasthaus unterkommen. Das hat zwar schon eindeutig bessere Tage gesehen (aber: extrem hoher Nostalgiefaktor!!) und das Klump rund um unser Zimmer lässt Erinnerungen an Messie-TV-Shows aufkommen, aber wir werden herzlich empfangen. Und die heiße Dusche tut so gut.

In Radmer sind wir jetzt übrigens schon wieder in einem neuen Bezirk angekommen: Nach Leibnitz, Deutschlandsberg, Voitsberg, Murtal, Murau und Liezen haben wir es nach Leoben geschafft. Bis auf Graz und Graz-Umgebung werden wir am Weg alle steirischen Bezirke durchqueren.

Radmer an der Stube

Radmer an der Stube

Und weil wir uns heute so viele Fuß-Kilometer gespart haben, gehen wir noch eine Runde in Flip-Flops durch den Ort spazieren und schauen uns den Weg von unten an, den wir noch herabkraxeln hätten müssen. Die Entscheidung war die richtige.

Hoher Nostalgiefaktor im Gasthaus von Radmer

Hoher Nostalgiefaktor im Gasthaus von Radmer

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Mödlingerhütte – Heßhütte (St. LRWW, Teil 19)

Heßhütte
Was wir gerne verdrängen: wir sind auf dem Nordalpenweg 01, der vom Wienerwald bis an den Bodensee führt, unterwegs. Und der ist so etwas wie der Tesla unter den Wanderwegen. Heißt: dementsprechend konditionell beinander sind seine Bezwinger und desto unrealistisch und übermotiviert sind seine Zeitangaben für Hobby-Naturburschinnen wie uns.  4,5 Stunden – so viel geben sie den Weg zur Hesshütte (1699 m) vor. Andere schreiben von 7 bis 8 Stunden Gehzeit und das ist deutlich realistischer, schließlich müssen wir zunächst von der Mödlingerhütte (1523 m) hinunter nach Johnsbach (753 m) um danach auf der anderen Bergseite wieder hinaufzusteigen.
Gesäuse-Panorama in Johnsbach

Gesäuse-Bilderbuchpanorama in Johnsbach

Nach einem super liebevollen Frühstück bewundern wir zunächst das Bergpanorama und steigen dann rund 800 Meter über Forststrassen, Waldwege, Bacherl und Wege an der Enns und bei zwischendurch wieder Handyempfang lauschig nach Johnsbach hinunter. Wir halten für eine Kaffeepause beim Kölblwirt und dann heißt es Höhenmeter machen. Ca 1000.
Zunächst bei einem rauschenden Wasserfall vorbei, dann steiler über den „zachen Schuh“ dann, bei der Unteren Koderalm und der Sichtung einer schwarzen Schlange (zum Glück sah sie nur diejenige ohne Schlangenphobie) startet das Gesäuse-Bilderbuchpanorama: saftige Almen, butterweiche Böden, steinige zauberhaft mystische Formationen und dahinter atemberaubende Berge.
Anstieg auf die Heßhütte: Der "zache Schuach", da muss ma durch

Anstieg auf die Heßhütte: Der „zache Schuach“, da muss ma durch

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Der Weg zur Hütte wird immer schöner

Im ersten, steil steigenden Drittel des Weges treffen wir zwei Frauen, die gerade runtersteigen. Sie machen uns Mut: „Das Ärgste habt ihr bereits überstanden“, sagen sie. Und: „Das letzte Drittel ist das Schönste.“ Recht haben sie. Fast eben marschieren wir, zwischen den schroffen Wänden von Hochtor und Hochzinödl über die Quelle Gamsbrunn zur erhaben gelegenen Hesshütte.
Heßhütte

Heßhütte

Dort, wo Frauen zwar nicht mit Dusche aber mit Warmwasser (Danke Sonnenkollektoren), selbst gebrautem Bier, gutem Wein und ausgezeichneter Eierschwammerlsuppe und Hirschgulasch glücklich gemacht werden. Und das enge Zusammenrücken in der ausgebuchten Hütte schadet auch der Kommunikation nicht.
Wir kommen wieder. Zu viele Wege gehen hier weg, für die keine Zeit mehr geblieben ist.
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Klinkhütte – Kalbling – Mödlinger Hütte (St. LRWW, Teil 18)

Der Admonter Kalbling duckt sich im Nebel

Aufstehen mit einer ersten Enttäuschung: es regnet. Und der Berg, auf den wir eigentlich frühmorgens steigen wollten, duckt sich hinter den Wolken. Die gute Nachricht: so bleibt mehr Zeit für das ausgezeichnete Frühstück. 

Ausgezeichnete Sichtverhältnisse beim Aufstieg

Ausgezeichnete Sichtverhältnisse beim Aufstieg

Im Tal scheint schon die Sonne, langsam verziehen sich die Wolken. Nix wie raus und rauf. Von 1486 wollen wir auf 2196 hinaufsteigen und dann noch ca 2 Stunden zur Mödlingerhütte weiterwandern. Übrigens: der Kalbling steht nicht auf der Route des STLRWW, wir nehmen ihn als Fleißaufgabe mit, da wir sonst auf dieser Etappe keinen Gipfelsieg zu verzeichnen hätten.

Der Weg dreht sich einmal um die Felswand

Der Weg dreht sich einmal um die Felswand

Vom Kalbinggatterl steigt es zunächst in Schleifen an den Fuß des felsigen Massivs. Durch ein hübsches Latschenfeld steigen wir weiter empor und queren die Südwand über ein Steinfeld (Achtung, Trittsicherheit erforderlich). Leider bleiben Nebel und eisiger Wind dicht an unsere Fersen geheftet. Über die Westwand steigen wir auf den Speikboden und sehen Dutzende Gämsen auf einen Blick. Das entlohnt die Strapazen des Aufstiegs. Im Gegensatz zu einem nicht gerade üppigem Gipfelkreuz bei Nullsicht im Nebel. 

Die Gämsen am Kalbling scheinen ziemlich relaxed

Die Gämsen am Kalbling scheinen ziemlich relaxed

Den Sparafeld lassen wir angesichts der Eiseskälte aus, dafür geht sich noch ein Suppenstopp in der Sonne auf der Oberst Klinke Hütte aus, bevor wir über einen hübschen Weg bei super Aussicht auf den Admonter Reichenstein und andere schroffe Felswände über die Vordere und Hintere Flitzenalm auf die Mödlinger Hütte hinaufsteigen.

Mödlinger Hütte

Mödlinger Hütte

Was für ein bezaubernder Ort. Hinreißende Zimmer, hübsch dekorierte Lager, kostenlose Warmwasserduschen (so macht man Wanderinnen binnen Minuten glücklich), rein regionales Essen, Steirerkas-Kostproben, Bananen-Marzipan-Schnitten und ein superfreundliches Ehepaar – Alfred und Annabell Stieg – die die Hütte seit 2016 führen. Dazu der atemberaubende Ausblick an einem Ort, dessen Energieversorgung auf Rapsöl und Photovoltaikanlage basiert. Ein echter Tipp für die Übernachtung auf 1523 Metern. 

Ein Matratzenlager ganz für uns: Mödlinger Hütte

Ein Matratzenlager ganz für uns: Mödlinger Hütte

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Trieben – Oberst-Klinke-Hütte (St. LRWW, Teil 17)

Oberst-Klinke-Hütte mit dem imposanten Admonter Kalbling im Hintergrund

Auftakt zur vierten Saison am noch immer weitgehend unbekannten steirischen Landesrundwanderweg. Es wartet das wilde, zauberhafte Gesäuse auf uns. Statt Rottenmann wählen wir die Route über Trieben auf die Oberst Klinke Hütte, da diese kürzer und asphaltbefreiter scheint. 3 Stunden Gehzeit, sagt das Internet.

Trieben

Trieben

Das kommt uns gemütlich vor, deswegen nehmen wir einen späteren Zug von Graz nach Trieben, ziehen noch eine kurze Ortsrunde, um unseren Weg über die Autobahnzufahrt und einer Jausenpause auf der Raststation zu beginnen. Mit Rucksack, Wanderschuhen und Stöcken wirken wir wie Außerirdische zwischen all den motorisierten Menschen und ihren kaffeelüsternden Autobahnaugen.

In der Autobahnrasträtte Trieben decken wir uns mit Jause ein

In der Autobahnrasträtte Trieben decken wir uns mit Jause ein

Dann geht’s endlich los am bislang unmarkiertesten Wegstück des STLRWW obwohl wir eigentlich auf dem Weitwanderweg 08, dem Eisenwurzenweg gehen. Zunächst steigen wir nach Dietmannsdorf hinauf. Höhenmeter machen lautet zunächst das Motto. Eigentlich wollten wir über die Kaiserau und die Sportalm zu unserem heutigen Etappenziel hinaufsteigen. Aber: Irgendwann war da keine einzige Markierung mehr. Und dann tauchte da ein super markierter Weg auf, der nicht in der Karte stand. Wir wählten den und kamen (auf der anderen Seite) beim Edenburgertörl heraus. 

Blick zurück auf Trieben. Hier wäre es zur Kaiserau gegangen, den Weg haben wir aber irgendwo verloren

Blick zurück auf Trieben. Hier wäre es zur Kaiserau gegangen, den Weg haben wir aber irgendwo verloren

Wir entschieden uns dort gegen die Kaiserau und für die Route über die Wagenbänkalm, wo wir während eines Regengusses einkehrten und von der Sennerin sofort auf einen Schnaps und Almraunkerln (das typische Kuhabtriebs-Gebäck) eingeladen wurden. Herzerwärmend.

Erste Blicke aufs Bergpanorama im Gesäuse

Erste Blicke aufs Bergpanorama im Gesäuse

Nach der kurzen Pause hatte Petrus Erbarmen mit uns und so spazierten wir gemütlich über Alm-und Waldboden im Trockenen Richtung Admonter Kalbling, zu dessen Füßen die riesige Oberst Klinke Hütte thront. Die letzte Stunde war die schönste des ganzen Tages, denn nach und nach hob sich der Wolkenvorhang und legte einzelne mächtige Gesäuseberge frei. Ein Panorama als Ansporn. Nach Gulasch und Knödelvatiation, Gerstensaft und Topfenstrudel mit Heidelbeeren genossen wir unser Zweibettzimmer. Und davor den Sonnenuntergang. 

Oberst-Klinke-Hütte mit dem imposanten Admonter Kalbling im Hintergrund

Oberst-Klinke-Hütte mit dem imposanten Admonter Kalbling im Hintergrund

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Planneralm – Oppenberg (St. LRWW, Teil 16)

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Das Schulschikurs-Image haftet an der Planneralm, beim Frühstück im Gästehaus Lackner ist alles hübsch portioniert (dazu in Frischhaltefolie gewickelt) und der Kornspitz, den wir uns zur Gipfeljause richten, auch noch extra verrechnet. Wir starten mit schweren Beinen und ein bisschen gezeichnet von den vielen Höhenmetern der letzten Tage später als sonst, gegen 8.45 Uhr. Der blaue Himmel verspricht einen Traumtag am Berg. 

Haufenweise Gipfel-Auswahl am Plannerknot


Von 1588 m steigen wir zunächst fast im Gänsemarsch mit anderen Wanderern (Samstag!) vorbei am hinreißenden Plannersee aufs Plannerknot (1996 m). Wieder einmal überwältigt uns die Gipfelweitsicht. Hier endet für uns der Salzsteigweg, dem wir (einmal mehr, einmal weniger) von Murau weg gefolgt sind. 

Immer obenauf geht’s zum Hochrettelstein und zur Seekoppe.


Über einen Grat marschieren wir Richtung Hochrettelstein (2200 m) den wir mit eingebauten Stehpausen gegen Mittag erreichen und wo wir auf unseren lieben Kollegen und Etappenwandergast Norbert treffen. Er hat den Berg – und unseren höchsten Gipfel der heutigen LRWW-Tour – von der anderen Seite aus bestiegen. 

Hallo vom Hochrettelstein!


Das ist auch deswegen super, weil er uns für den langen, rund 1200 m tiefen, Abstieg zu seinem Auto motiviert.
Davor geht es aber noch über die scharfe Wand (keine Sorge, die heißt nur so) über die Seekoppe (2150 m) – und wieder eröffnen sich ins neue spektakuläre Ausblicke ins Gesäuse und bis zum Admonter Reichenstein. Und auf die Riednerseen (1984 m). 

Fast schon kitschig: Riednerseen.


Dort Pause: inklusive Schwimmen (mindestens 15 grad) und zwei stand-Up-Paddlern zuschauen, wie sie Kopfstand und Sonnengruss auf dem Bord machen. 

Ziemlich fotogen :)


Lauter Highlights, bevor wir lange und müde runtersteigen und froh sind, bei null Handyempfang, nicht noch nach Oppenberg/bzw Rottenmann hatschen zu müssen. Die letzte Tat der Etappe: ein zünftiges Essen beim Arkadenhof in Leoben. 

Finito!


Spektakulär, wunderschön und schweißtreibend: Das wars für heuer mit dem LRWW. Wir sind mächtig stolz auf uns. Und freuen uns schon auf nächstes Jahr – da geht’s ins Gesäuse …

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Donnersbachwald – Planneralm (St. LRWW, Teil 15)

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Vom Landhaus Steer (Tipp!) können wir uns nur schwer trennen. Es war mit Abstand die schönste, angenehm riechendste (Zirbenholz) und gourmettechnisch beste Unterkunft (Super Forelle zum Abendessen) in diesem LRWW-Jahr. Chef Herbert stellt uns netterweise in der Früh zur Lärchenkaralm zu, das erspart uns 1,5 h Hatsch – größtenteils auf Asphalt). 

Auf der Lärchenkaralm ist gerade Almantrieb. Nur einer wurde da gelassen.


Ab da wird es aber bilderbuchkitschig schön: blauer Himmel, einsame Berggipfel, Latschenwälder, Moorseen, Vogelbeerennäume, Schmetterlinge, Preiselbeeren und ein hinreißendes 360-Grad-Gipfelpanorama. Über die Goldbachalm steigen wir zur Goldbachscharte hinauf und treffen erstmals gleich mehrere Wanderer. 

Einmal den steilen Aufstieg geschafft, kann man rund um den Plannerkessel am Grat wandern. Die Gipfel reihen sich wie an einer Perlenkette auf. Ganz hinten rechts: die Schoberspitze.


Über namenlose Gipfel gehen wir mit vielen Schaupausen und Blick auf den Grimming, Schloss Trautenfels, Dachsteinmassiv und Co. auf die Karlspitze (2097 m): endlich ein Gipfel. 

Gipfelsieg Karlspitze

Dort treffen wir auf einen Hardcore-Wanderer, der seinen Urlaub ganz alleine im knallroten Zelt in der Senke unter dem Gipfel verbringt. Und an diesem Tag schon zum zehnten Mal auf den Gipfel geht. Er erklärt uns alle Gipfel in Sichtweite. Und warum im Ennstal viele nicht auf Berge steigen, die von Schafen belagert werden. Das dauert. 

Mehr Moor: Beim Abstieg müssen wir aufpassen, dass wir nicht einsinken! Quatsch quatsch …


Ebenso wie der Abstieg auf die Planneralm – durch Moor (inkl. Geräuschen), Lärchenwäldchen im Indian Summer Style und viel Wasser, das die Wege aufgeschwemmt hat.

Den Schildern, auf denen „Achtung, Lebensgefahr“ steht, weichen wir aus – und mit ihnen frisch gehängten Bogenschützern. Endlich auf der Planneralm angekommen, sind wir enttäuscht. Zu Schulschikurszeiten kam einem das mächtiger vor. Bis auf eine Grawe-Firmenfeier ist alles ausgestorben. Kaum zu glauben bei dem Gipfelreichtum! 

Im Schuhraum dürfen sich die Wanderschuhe vom Moor-Abenteuer ausrasten.


Nach Knödel, Sauerkraut, Rindsbraten und Schokokuchen sowie Vogelbeerenschnaps beziehen wir das Gästehaus Lackner; die getragenen Socken sperren wir vorsichtshalber nachts in den Kasten. Der Geruch könnte nämlich töten. 

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Mößna – Donnersbachwald (LRWW, Teil 14)

Aufi-owi, das bestimmt auch den heutigen Tag. Auf der Karte sieht unsere heutige Etappe nicht so weit aus, es geht nur ins nächste Tal, genauer: von den Sölktälern ins Donnersbachtal. 

Wir steigen knapp 1000 Höhenmeter steil hinauf zur Gstemmerscharte. Unseren Blutdruck lässt aber nicht nur der anstrengende Weg hinauf nach oben schnellen: Gleich am Eingang zum Wald warnt ein Schild vor dem „in diesem Gebiet erfreulicherweise großem Vorkommen“ von Kreuzottern warnt. Um Missverständnisse zu vermeiden, warnen wir lieber die Schlangen vor uns und kündigen unser Kommen mit lauten Tritten und Schritten an. Höflichkeit rulez – auch am Berg!

Ein steiler, langer Weg führt uns vom Sölk- ins Donnersbachtal.

Der Lohn ist ein herrlicher Ausblick von der Gstemmerscharte. Und ein herrlicher Rundumblick.

Gipfelgrinser

Unser Zwischenziel: Mörsbachhütte bzw Mörsbachwirt sind schon von weit oben sichtbar

Am letzten Wegstück hinunter nach Donnersbachwald springen uns plötzlich aus dem Wald ein paar Pferde und Kühe entgegen.


Auf dieser Bank lässt sich’s so richtig naturverbunden sitzen.

Donnersbachwald: sieht mit der Mini-Kirche aus wie ein geschrumpfter Ort

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Hölzlerhütte – Mößna (St. LRWW, Teil 13)

Gestärkt von Bauernbrot, Almbutter und Woazer (Germkuchen mit Zimtschneckenaroma) verwerfen wir unseren Routenplan. Statt über die Haseneckscharte und die Neunkirchnerhütte wählen wir die Strecke über die Seifriedsenke und die Broadlahnalm nach St.Nikolai.

Ein Grund: unsere abendliche Tischgesellschaft (ein Bauer und Jäger, ein Viehhalter – sowas erlebt man nur auf einer Almhütte) hat so vom Röhren der Hirsche zur Brunftzeit geschwärmt, dass wir Stadtpflanzen das auch erleben wollten. 

Aber: Außer zwei Hinterteilen von Gamsböcken nix gesehen und wir si d wieder einmal keiner Menschenseele begegnet. Zu Speikaroma und Murmelpfeifen steigen wir zum Funklsee hinauf. Die Wolkendecke zieht sich zwischendurch kurz großzügig zurück, der Blick auf die umliegende Weitsicht von der Seifriedsenke (2150 m) bleibt uns von oben aber verwehrt. Wenige Meter weiter unten schauen wir auf die atemraubende Bergkette – es ist nicht die erste und letzte. Schließlich sind wir von Gipfeln, Scharten, Senken und Spitzen umzingelt. 


Der steile Abstieg zieht sich ein bisserl, endlich am Seifriedbach unten (1520 m) hatschen wir, vorbei an Kühen und Almwiesen, auf der Forststrasse entlang des Seifriedbaches nach Mößna. 

Selten so ein entzückendes Örtchen gesehen: Blumen schmücken die Bushaltestelle, der Kaufladen ist zugleich Post, Bank und Tankstelle und Gänse watscheln uns über den Weg. 

Mößna: Schönste Blumenschmuck-Katastralgemeinde 2015

Achtung „Fußgänger“

 

Wir nächtigen bei einer lokalen Berühmtheit: bei Agnes Lemmerer in der liebevollen Sölkstubn in Mössna. Sie gilt als die Wiederentdeckerin der Kochkiste, in der kleinen Holzbox werden Speisen sanft stundenlang bei sanfter Temperatur   (nach)gegart. Erster Steirerkas der Tour, über Nocken. Schmeckt auf jeden Fall super. 

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Murau – Hölzlerhütte (St. LRWW, Teil 12)

Wir sind wieder da – da, wo uns der Landesrundwanderweg vor einem Jahr ausgespuckt hat. In Murau nehmen wir die Route wieder auf, die uns nun über die Niederen Tauern führen wird.

Wir sind bereits am Sonntag angereist und ein kleines Stück in Richtung Stolzalpe hinaufgegangen, wo wir im Gasthof Käferhube geschlafen haben. Von dort geht’s frühmorgens los. First Etappenziel: die Hölzlerhütte in St. Peter am Kammersberg, kurz vor der Haseneckscharte, die uns (parallel zum Sölkpass) ins Ennstal führen soll. 

Anreise von Graz nach Murau: Der Schienenersatzverkehrsbus als XXL-Stretch-Limousine

Wir nächtigen hoch über Murau im GH Käferhube – ein letzter Blick zurück auf die Mur für ziemlich lange Zeit.

Aufbruch nach St. Peter am Kammersberg – der Vorteil bei solch durchwachsenem Wetter: Regenbogen!!


LKH Stolzalpe – wenn wir uns beim Wandern die Hüfte brechen, kehren wir halt wieder um.


Diese auch als Rumpelkammer genutzte Kapelle steht kurz unter dem Stolzalpengipfel.


So schauts oben auf der Stolzalpe aus.


Angekommen in St. Peter am Kammersberg – dieser Weg ist allerdings nicht über Google Maps zu finden.


St. Peter in der Minimundus-Variante


Zum Grande Finale von Tag eins gehts kilometerweit in den Eselsbachgraben hinein …


… zur sehr netten Hölzlerhütte, wo wir uns für den nächsten Tag stärken.

Word!