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Von der Seebergalm auf die Hohe Veitsch (St. LRWW, Teil 25)

Drei fantastische Tage am Hochschwab liegen hinter uns, vielleicht überhaupt der Höhepunkt des gesamten steirischen Landesrundwanderwegs. Wenn auch nicht der höchste Punkt: Das war nämlich der Zirbitzkogel, mit 2396 Metern um 119 Meter höher als der majestätische Hochschwab.

Jetzt geht’s immer weiter Richtung Osten. Bevor der Weg das Mürztal quert, machen wir aber noch einen Abstecher auf die Hohe Veitsch (1981 Meter). Da unser Wetterglück der letzten Tage schon unwahrscheinlich war, werfen wir am vierten Tag der Etappe aber immer wieder skeptische Blicke gen Himmel – je nach Wettermodell könnte es schon am frühen Nachmittag, wahrscheinlicher aber am Abend schwere Regenfälle samt Gewitter und Hagel geben. Allzu weit ist unsere nächste Etappe nicht, wir gehen einfach einmal los und schauen, was das Wetter so bringt.

Göriacher Alm

Göriacher Alm

Weiterhin unser Begleiter: Der Nord-Süd-Weitwanderweg 05 - vom Nebelstein über den Hochschwab nach Eibiswald

Weiterhin unser Begleiter: Der Nord-Süd-Weitwanderweg 05 – vom Nebelstein über den Hochschwab nach Eibiswald

Vom drohenden Gewitter ist über lange Zeit überhaupt nichts zu sehen. Wir wandern gemütlich auf Waldwegen und Forststraßen über die Göriacher Alm und die Turnauer Alm zum Fuß der Veitsch, wo der Landesrundwanderweg eigentlich via Teufelssteig auf den Berg führen sollte. An der Rotsohlalm angekommen, sind unheilschwangere ziemlich dunkle Wolken über dem Gipfel zu sehen. Wir zaudern und stärken uns erstmal mit einem ordentlichen Brot.

Das Top-Gesprächsthema in der Veitsch-Region sind an diesem Tag übrigens die Edlseer, die zugleich auf Mariazell-Wanderschaft sind und die ihre Wege mit unserem fast kreuzen. Wir sehen uns schon bei unfreiwilliger Musikbeschallung auf der Hütte eingeschlossen, erfahren dann aber, dass die Gruppe nur über Kleinveitsch gegangen ist. Puh!

1A Braten- und Käsebrot auf der Rotsohlalm

1A Braten- und Käsebrot auf der Rotsohlalm

Aufsteigen oder nicht? Ein Wetterbericht wäre jetzt hilfreich, wir befinden uns aber nach wie vor in einem Funkloch. Also schieben wir die Entscheidung noch hinaus und gehen weiter am Fuß der Veitsch zur Schalleralm, wo es einen weiteren Weg auf den Gipfel gibt. Unterwegs erreichen wir endlich die beiden Hobby-Wetterexperten aus unserer Kollegenschaft, die uns versichern, dass in der Nähe unseres Bergs derzeit noch keine Gefahr droht. Also: Nix wie rauf – in 90 Minuten sollte der Aufstieg gut zu schaffen sein.

Nix wie rauf auf die Hohe Veitsch!

Nix wie rauf auf die Hohe Veitsch!

Der Schallerweg führt in 14 Serpentinen hinauf auf die Hohe Veitsch. Wir lassen den Skilift und die Kuhweide rasch hinter uns, dann geht es die meiste Zeit auf einem bestens präparierten Schotterweg über summende Blumenwiesen bergauf.

Über summende Blumenwiesen am Schallerweg bergauf

Über summende Blumenwiesen am Schallerweg bergauf

J.s große Sorge vor Begegnungen mit Kreuzottern am „Schlangenberg“ bleibt unbegründet. Obwohl: Ein Wanderer, der uns mit seinem Hund entgegenkommt (der übrigens sein eigenes Traggeschirr für Leckerli dabei hat, das nur nebenbei) hat soeben zwei Exemplare gesehen … Wir kommen aber schlangenfrei und flotter als gedacht am Berg an. Ziel für heute Abend ist das Graf-Meran-Haus unter dem Hochschwabgipfel.

Graf-Meran-Haus

Graf-Meran-Haus – oben sieht man ganz winzig das Gipfelkreuz der Hohen Veitsch

Jetzt gibt’s erst einmal eine Radler-Belohnung, und da immer noch keine ganz gefährlich aussehenden Wolken zu sehen sind, gehen wir noch weiter auf den Gipfel hinauf. Es lohnt sich: Der Aufstieg ist einfach, das Panorama wunderbar – wir blicken auf ein Meer an Bergen.

Am Gipfel der Hohen Veitsch

Am Gipfel der Hohen Veitsch

Bergpanorama auf der Hohen Veitsch

Bergpanorama auf der Hohen Veitsch

Die tolle Aussicht lässt uns vielleicht ein wenig übermütig werden: Wir drehen noch eine extra Runde am Berg und spazieren – endlich einmal rucksackbefreit – über das Plateau. Dann müssen wir uns aber beeilen: Es beginnt zu tröpfeln. Wir ahnen nicht, dass nur zwei Täler weiter, in Birkfeld, schon ein schweres Unwetter tobt. Kaum in der Hütte angekommen, hagelt es ordentlich. Das Wetterglück ist uns weiterhin hold gewesen.

Veitsch: Durchs Fenster beobachten wir den Hagel

Veitsch: Durchs Fenster beobachten wir den Hagel

Bei ein paar alkoholischen Getränken zu viel verbringen wir aber noch einen sehr lustigen Abend: Der Hüttenwirt unterhält uns – neben uns beiden sind auch noch zwei Weitwanderinnen aus Wien und ein Solo-Weitwanderer aus Oberösterreich da – mit großartigen Anekdoten über seine Moped-Fahrt nach Santiago de Compostela und über Berg-Kater Kain („Der ist dienstlich da“). Und was die Schlangen angeht … „Heuer sind so viele wie überhaupt nie, ich sehe ständig welche“, erzählt der Wirt. Da wird auch den Wienerinnen zumute – vor ein paar Stunden sind sie noch barfuß am Almboden herumspaziert …

Das Dream Team vom Graf-Meran-Haus:  Hüttenwirt Georg Troiss und Kater "Kain"

Das Dream Team vom Graf-Meran-Haus: Hüttenwirt Georg Troiss und Kater „Kain“

Am nächsten Tag ist dann aber leider nicht viel zu machen: Es regnet, es regnet, es regnet. Den ganzen Tag. Wir entscheiden uns, die lange Wanderung nach Krieglach, mit der wir das heurige Wanderjahr abschließen wollten, sein zu lassen. Der Plan für heute: Rein in den Poncho, runter zur Brunnalm und ab ins Taxi, in den Zug und heim nach Graz.

Poncho-Parade: Gut eingepackt geht's wieder runter vom Berg

Poncho-Parade: Gut eingepackt geht’s wieder runter vom Berg

Glücklicherweise ist der Abstieg ja nicht schwer: Wir wählen den selben Weg, über den wir schon hinauf gekommen sind. 90 Minuten später löffeln wir schon Suppe im Gasthaus Scheikl, von wo aus uns das Taxi – spezialisiert auf Mariazell-Wanderer, die sich zwischen Stanglalm und Veitsch hin und her (aber größtenteils natürlich hin!) bringen lassen – zum Zug bringt. Eine Stunde später: Großstadt-Entfremdungsgefühle am Hauptbahnhof.

Abstieg von der Hohen Veitsch: Wir sind die Wolke!

Abstieg von der Hohen Veitsch: Wir sind die Wolke!

To be continued … Die nächsten Etappen werden uns noch über Stuhleck, Hoher Wechsel und dann die ganze Oststeiermark wieder nach „unten“, nach Radkersburg und weiter ans Ziel nach Ehrenhausen führen. „A brada Weg“, wie man so sagt …

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Vom Schiestlhaus bis zur Seebergalm (St. LRWW, Teil 24)

Es bleibt traumhaft, nach einer riesigen Mütze Schlaf bekommen wir im Schiestlhaus am Hochschwab ein famoses Frühstück mit Eierspeis, gebratenem Speck, Getreidebrei im Glas oder selbstgemachtem Nusshonig (1000 Mal besser als Nutella) kredenzt. Superstart in den nächsten Traumtag. Da die Wetterprognosen super sind, entscheiden wir uns für den längeren, aber unfassbar schönen Weg über die Staritze.

Es beginnt tierisch: unerschrockene Steinböcke kratzen sich fast in Greifweite mit ihren Hörnern am Rücken (dafür sind die also da!), sonnen sich und schauen unbeeindruckt ob der Wanderer. Wir zählen bestimmt 50 Böcke in der nächsten Viertelstunde. Einmal versperren sie uns den Weg und wirken auch nicht so, als würden sie gleich aufstehen, bis einer, der wohl mächtigste unter ihnen, einen Pfiff (!) auslöst: dann steigt der Rest kurz ein paar Meter weiter, um uns vorbei zu lassen.

Hey, wer bist denn du? So nah kommt man den Steinböcken am Hochschwab

Hey, wer bist denn du? So nah kommt man den Steinböcken am Hochschwab

Wir wandern mit vielen Pausen des Staunens und Schauens weiter – jede Kurve eröffnet über 2000 Meter neue spektakuläre Aussichten auf die nächsten Bergkämme, Gipfel, Schluchten oder Kogel. Man könnte hier wohl ewig weiterwandern. Über Ochsenreichkar, Ringkarwand und niedere Scharte spazieren wir leichtfüßig über Almböden, Schneefelder und eng an die Felsen geschmiegte Steine.

Spektakuläre Aussichten wechseln sich ab - stundenlang geht es so weiter

Spektakuläre Aussichten wechseln sich ab – stundenlang geht es so weiter

Zwischendurch pflanzen wir uns ins Gras und schauen einfach runter, hören Murmeltiere pfeifen (eines sehen wir sogar) und sehen immer wieder Steinbockhörner, die hinter Kuppen auftauchen.

Immer wieder tauchen Steinbock-Hörner auf

Immer wieder tauchen Steinbock-Hörner auf

Irgendwann – nach Stunden des Gehens – müssen wir auch wieder runter. Der Abstieg über den Karl ist steil, schwierig und rutschig. Und dann müssen wir noch eine gefühlte Ewigkeit zu unserem Quartier auf der Seebergalm hatschen. Da hilft auch die Aussicht auf das Weitwanderdenkmal nicht weiter – hier kreuzen sich nämlich die Europäischen Fernwanderwege E4 (vom portugiesischen Kap St. Vincent nach Zypern) und E6 (von Kilpisjärvi im Nordwesten von Finnland zu den Dardanellen, der Meerenge in der Türkei). Und plötzlich werden wir nach drei Tagen Natur pur direkt an der Schnellstraße B20 ausgespuckt – was für ein Kontrast.

Hier müssen wir noch hinunter - Seewiesen bzw. die Seebergalm (links)

Hier müssen wir noch hinunter – Seewiesen bzw. die Seebergalm (links)

Das Weitwandererdenkmal auf der Seebergalm. Hier kreuzen sich die Europäischen Fernwanderwege E4 und E6

Das Weitwandererdenkmal auf der Seebergalm. Hier kreuzen sich die Europäischen Fernwanderwege E4 und E6

Weitwanderdenkmal Seebergalm: Der Künstler hat interessante Vorstellungen von Weitwander-Outfits. Besonders die Clutch für die Dame ...!

Weitwanderdenkmal Seebergalm: Der Künstler hat interessante Vorstellungen von Weitwander-Outfits. Besonders die Clutch für die Dame …!

Abends dann: eine schöne extralangen Dusche. Nach drei Tagen Wandern ohne auch dringend notwendig. Dazu tischt Bodenstation-Hüttenwirt Hans Thüringer „Bergsteiger-Eintopf“ (der sich als ostdeutsch-russische Soljanka entpuppt), ein ausgezeichnetes Kellerbier aus seiner Heimat und Frankfurter Würstel auf. Weitwanderinnenherz: was willst du mehr?

Soljanka bekommt man in der Obersteiermark auch nicht alle Tage

Soljanka bekommt man in der Obersteiermark auch nicht alle Tage

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Von der Häuslalm auf den Hochschwab (St. LRWW, Teil 23)

Nach dem Gewaltmarsch vom Montag steht heute eine kürzere Etappe auf dem Programm. Die Wegweiser prognostizieren lockere 4,5 Stunden – ein „Wellnesstag“ gegen gestern. Wir brauchen länger, weil wir dauernd stehen bleiben und baff ob der Wucht der Weitsicht und Schönheit der Landschaft sind. Was haben wir die letzten Jahrzehnte versäumt! Über kleine oder größere Schneefelder wandern im Juli, Edelweiß und Enzian in voller Pracht, vereinzeltes Murmeltierpfeifen und die ersten Gämsen, die sich sonnen.

Aufstieg zum Hochschwab

Aufstieg zum Hochschwab

Traumhaftes Wetter, traumhafte Aussicht am Hochschwab

Traumhaftes Wetter, traumhafte Aussicht am Hochschwab

Über Häusltrog, Hundsböden und Speikboden spazieren wir – so kommt es uns nach dem ersten Tag vor – ganz entspannt dem Gipfel entgegen, nicht ohne der einen oder anderen Pause im Gras. Langsam entsteigen wir den Latschenfeldern, die ersten Schon-Wieder-Bergabggehern begegnen uns.

Fleischer Biwak am Hochschwab

Fleischer Biwak am Hochschwab

 

Dann stehen wir schon vor der Fleischer-Biwakschachtel und sehen ihn zum ersten Mal: den Hochschwab. Und in einer halben Stunde haben wir die 2277 Meter erklommen und somit den ersten Gipfel für heuer. Was für einen! Von oben sehen wir das Hochtor, den Ötscher, den Dachstein, den Großen Priel, Schneeberg, Rax, Eisenerzer Reichenstein und all jene, die wir nicht zuordnen können. Fast zwei Stunden schauen wir runter und rätseln, ob es stimmen kann, dass der Schöckl, der Grazer Hausberg, tatsächlich nur 35 km entfernt ist wie angegeben. Was für ein Prachttag.

Am Hochschwab, 2018

Am Hochschwab, 2018

 

Und dabei kommt das Beste ja noch: Der Ausklang im Schiestlhaus mit umwerfendem Sonnenunterg, erlesenen Rotweinen, netten Tischnachbarn, einem eigenen Zimmer, ergiebigem Wasserstrahl und superem Essen (Süsskartoffelcurry und Hirschgulasch) und natürlich einem Gipfelschnapserl. Und all das bei detailverliebtem Interieur von nepalesischen Gebetsfahnen bis zur Simpson-Lichterkette und Musik von Beatles, The XX und experimenteller Lyrik. Traumausgang eines Traumtages. Und: Die Wetterprognosen für den nächsten Tag halten auch.

Schiestlhaus

Schiestlhaus

Abendstimmung vom Schiestlhaus aus

Abendstimmung vom Schiestlhaus aus

Sonnenuntergang am Hochschwab

Sonnenuntergang am Hochschwab

Schiestlhaus-Hüttenwirt Christian Toth

Schiestlhaus-Hüttenwirt Christian Toth

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Von Präbichl auf die Häuslalm (St. LRWW, Teil 22)

In Eisenerz sind wir letztes Jahr angekommen und haben die 2017er-Etappe mit einem Plantscher im Leopoldsteinersee beendet. Da die erste Etappe heuer ohnehin schon sehr lang ist und wegen einer vollen Hütte noch länger ausfallen wird, starten wir vom etwas höher gelegenen Präbichl (1092m) in das Landesrundwanderwegjahr 2018. Eine liebe Kollegin lässt uns bei der Talstation in die Wanderwoche. Wir grüßen die Männer, die die Sesselliftsitze im Freien kontrollieren, und steigen den Hang hinauf vorbei an dem Almdorf. Bis wir den richtigen Weg (die Laufstraße und Weg Nr. 871) finden, dauert‘s ein bisschen. Wir sind aber dennoch frohen Mutes, denn das Wetter ist fantastisch und die ersten Berggipfel suhlen sich in klarem, blauem Himmel.

Durch den Tunnel hinaus ins Wanderparadies

Durch den Tunnel hinaus ins Wanderparadies

Schließlich steigen wir von der Handlalm durch den Handlgraben in die Ausläufe des 45 Kilometer langen Hochschwabmassives hinauf. Bei der Leobner Hütte (1582), geöffnet nur von Donnerstag bis Sonntag, legen wir eine erste Rast ein. Umzingelt von Gipfeln wie Hochturm, Polster oder TAC (Techniker-Alpen-Club-Spitze!) genießen wir die ersten Wanderwürstel des Jahres und den Ausblick.

Die Leobner Hütte

Die Leobner Hütte

Traumhafte Aussicht bei der Leobner Hütte

Traumhafte Aussicht bei der Leobner Hütte

Ab jetzt begleitet uns der Nord-Süd-Weitwanderweg 05: Via Hirscheggsattel, Griesmauerboden und Neuwaldeggsattel hatschen wir über Almböden. Für den Besuch der Frauenhöhle fehlt uns leider die Zeit. Es muss sich aber auszahlen, noch Hunderte Meter später hören wir Gelächter und Geschnatter der Besucher.

Schon wenige Stunden nach der Abfahrt aus Graz sind wir im Weitwandermodus gelandet, zählen Höhenmeter, lachen über lustige Namen von Hütten, Kogeln oder Gräben und machen Kilometer.

Diese Kuh weist den Weg zum Hochturm

Diese Kuh weist den Weg zum Hochturm

Traumhafte Aussicht am Weg zum Hochschwabgipfel

Traumhafte Aussicht am Weg zum Hochschwabgipfel

Über die Hörndlalm und die Senkbodenalm erreichen wir die Sonnschienhütte auf der gleichnamigen Alm, wo wir uns eine Suppe und einen Wurstsalat gönnen. Ginge es nach uns, wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt für das Tagesende. Leider besetzen Schülergruppen die Unterkunft.

Wir müssen also weiter – die Häuslalm (1525 m) heißt unser Tagesziel und es dauert noch 50 Minuten, bis wir bei der guten Seele des Hauses, Magda, ein Hopfenerfrischungsgetränk bestellen. Davor müssen wir (schweren Herzens) gegen 19.15 Uhr noch den Hüpfer in den idyllisch gelegenen Sackwiesensee auslassen. Fazit: Es war ein erster langer Tag, der bald müde, erschöpft und satt im Lager endet.

Häuselalm

Ziel der ersten Etappe 2018: die Hütte auf der Häuslalm

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Radmer – Eisenerz (St. LRWW, Teil 21)

Tag fünf der Teiletappe Trieben – Eisenerz und das heißt: Finaale! Von Radmer geht es heute an den Zielort unserer diesjährigen Wanderwoche. Und der heißt, wenn es nach J. geht: Leopoldsteinersee. Auffällig oft ist während des Gehens die Rede davon, wie schon und malerisch der See doch liegt und wie toll es sein wird, in das kalte Wasser hineinzuspringen. Das Tagesziel heißt also: Schnell genug gehen, damit sich noch ein Hupfer ausgeht!

Radmer lassen wir bald hinter uns Radmer lassen wir bald hinter uns

Allzu anspruchsvoll ist die heutige Etappe auch nicht: Da das Wegstück über das Flieherkreuz seit einem Hangrutsch gesperrt ist, müssen wir per Forststraße nach Eisenerz hatschen. Gemütlich, aber langweilig. Entschädigung bieten da nur die ständig wechselnden spektakulären Aussichten auf die Berge rundherum.

Gesperrt: Der 601 weicht über die (leider längere) Forststraße aus Gesperrt: Der 601 weicht über die (leider längere) Forststraße aus

Auch für ein paar Wander-Tratscherl mit anderen Leuten ist Zeit, das verkürzt die Zeit auch auf angenehme Weise. .

Spektakuläre Aussichten von der Forststraße aus: Kaiserschild (2084m) mit Bärenloch Spektakuläre Aussichten von der Forststraße aus: Kaiserschild (2084m) mit Bärenloch

Überraschend schnell kommen wir in der Eisenerzer Ramsau an, von wo aus wir schon am Handy eine Bus-Verbindung zum Leopoldsteinersee ausfindig gemacht werden. Wir werden schnell wie noch nie, um den Bus auch wirklich zu erreichen und eilen unter anderem an der Ausbildungsstätte für Nordische Wintersportler vorbei. Heute leider kein Mattenspringen.

NAZ Eisenerz: Leider heute kein Mattenspringen für uns NAZ Eisenerz: Leider heute kein Mattenspringen für uns

Wir kommen pünktlich bei der Bushaltestelle an, vom Bus allerdings keine Spur. Auch am Fahrplan ist von der Verbindung, die uns die App da versprochen hat, leider keine Rede mehr. Was tun? Handynetz gibt es leider keines. Als wir ins nächste Gasthaus gehen wollen, um uns dort ein Taxi rufen zu lassen, passiert das unwahrscheinliche Glück: Ein Taxi fährt vor! Die Fahrerin klärt uns dann auch gleich auf, was es mit dem mysteriösen Bus auf sich hatte. Rufbus! Kommt nur dann, wenn man ihn eine Stunde vorher auch bestellt. Darauf sind wir Stadtpflanzen, die beide aus eher Öffi-Verbindungs-verwöhnten Teilen der Steiermark kommen, nicht selber gekommen. Praktischerweise ist die Taxifahrerin in Personalunion mit der Rufbusfirma und bringt uns daher nicht nur – jetzt noch zum Taxipreis – zum Leopoldsteinersee, sondern notiert unseren Bedarf für die Rückfahrt gleich. Sehr praktisch!

Der Berg, der am leichtesten zu erkennen ist von allen: Erzberg Der Berg, der am leichtesten zu erkennen ist von allen: Erzberg

Somit lassen wir den langen Straßenhatsch hinein nach Eisenerz einen langen Straßenhatsch sein und fahren direkt zum See, wo wir noch großzügige 3 Stunden Zeit zum Plantschen, Grapefruitradlertrinken und Sonnenbaden haben. Das Wasser hat vielleicht 17,18 Grad und schnürt einem kurz die Luft ab, aber es lohnt sich. Und nächstes Jahr werden wir genau von hier aus starten: Es geht über die Sonnschienhütte auf den Hochschwab und auf der anderen Seite wieder hinunter bis nach Krieglach: Eine wunderschöne, aber auch fordernde Teilstrecke. Vielleicht trainieren wir aber vorher endlich einmal!

Türkisblaues Seensuchtsziel: Leopoldsteinersee Türkisblaues Seensuchtsziel: Leopoldsteinersee
Radler austrinken, hineinspringen, nach Luft schnappen und sich freuen. Ein super Wander-Finale! Radler austrinken, hineinspringen, nach Luft schnappen und sich freuen. Ein würdiges Wander-Finale!
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Heßhütte – Radmer (St. LRWW, Teil 20)

Sulzkaralm

Den „zachen Schuach“ haben wir ja gestern problemlos bewältigt, aber heute wird es so richtig zach: Nach Radmer an der Stube liegt eine ziemlich lange Etappe vor uns. 7-8 Stunden Gehzeit schreibt der Alpenverein, für uns wohl eher mindestens 10. Dementsprechend früh starten wir von der Heßhütte aus los. Zunächst gilt es einen Bergsattel zu bewältigen, wir müssen beim „Sulzkarhund“ vorbei. Den Namen hat die Felsformation tatsächlich von dem Hund, den manche Leute im Felsen zu erkennen glauben. Wir haben es nicht gesehen, sorry! Das könnte aber auch daran gelegen haben, dass wir von der Aussicht wieder einmal abgelenkt waren.

Frisch und fröhlich geht es frühmorgens von der Heßhütte los

Frisch und fröhlich geht es frühmorgens von der Heßhütte los

Dafür gibt es aber von noch viel netteren Tier-Begegnungen zu berichten: Am ziemlich steilen Abstieg in Richtung Sulzkaralm pfeift uns nämlich jemand nach! Wir sehen etliche Murmeltiere aus der Entfernung, leider scheinen sie recht schüchtern zu sein. Unsere Bilddokumentation lässt daher etwas zu wünschen übrig. Wieder sorry.

Am Sulzkarhund

Am Sulzkarhund

Mur-mel-tie-re!

Mur-mel-tie-re!

Auch auf dem weiteren Weg verläuft die heutige Etappe tierisch gut: Es gibt eine kleine Herde Pferde, die uns erfreulicherweise auch ignorieren und wenig später bei einer Almhütte eine Jagdhündin mit Streicheldefizit und äußerst entspannte Schweine, die gerade in der Sonne schlafen. An dieser Stelle herzlichen Dank für den Gratis-Saft, lieber Senner!

Bitte streicheln!

Bitte streicheln!

Wir sitzen also kurz in der Sonne und genießen die Landschaft, bevor wenig später erste Anzeichen von Demotivation auftauchen: Der Weg nach Radmer – er würde entlang der Felswand des mächtigen Lugauers führen, mit noch vielen weiteren Höhenmetern bergauf und bergab – ist noch ziemlich weit und wir sind doch heute schon soo weit gegangen! Zeit, sich die Alternativen anzuschauen. Eine wenig begangene Abkürzung durch den Wald, die möglicherweise steil durch Brennnesseln und „Pletschen“ hinaufführt? Oder die Forststraße hinunter nach Hieflau, von wo aus man per Taxi nach Radmer gelangen könnte? Letzteres gewinnt. Dank der Aussicht auf einen Eisbecher im Tal. Und der verheißungsvollen Wegnummer: Es ist die 666! Huch!

Sulzkaralm

Sulzkaralm

Unerschrocken schreiten wir den Wanderweg des Teufels foran und die Gespräche drehen sich immer mehr um die bald zu bestellenden Eisbecher, als uns irgendwann klar wird, warum der Weg so teuflisch ist: Es ist eine eewig lange, öde Forststraße. Die Eisbecher scheinen noch in weiter Ferne, als ein Retter in der Not auftaucht: Wir dürfen mit dem Auto mit ins Tal nach Hieflau hinunter fahren. Danke!

666 - the number of the wanderweg

666 – the number of the wanderweg

Die Zivilisation hat uns wieder und es werden Joghurt-Früchte und „Heiße Liebe“, ein Taxi bringt uns von Hieflau rasch nach Radmer an der Stube, wo wir diesmal in einem Gasthaus unterkommen. Das hat zwar schon eindeutig bessere Tage gesehen (aber: extrem hoher Nostalgiefaktor!!) und das Klump rund um unser Zimmer lässt Erinnerungen an Messie-TV-Shows aufkommen, aber wir werden herzlich empfangen. Und die heiße Dusche tut so gut.

In Radmer sind wir jetzt übrigens schon wieder in einem neuen Bezirk angekommen: Nach Leibnitz, Deutschlandsberg, Voitsberg, Murtal, Murau und Liezen haben wir es nach Leoben geschafft. Bis auf Graz und Graz-Umgebung werden wir am Weg alle steirischen Bezirke durchqueren.

Radmer an der Stube

Radmer an der Stube

Und weil wir uns heute so viele Fuß-Kilometer gespart haben, gehen wir noch eine Runde in Flip-Flops durch den Ort spazieren und schauen uns den Weg von unten an, den wir noch herabkraxeln hätten müssen. Die Entscheidung war die richtige.

Hoher Nostalgiefaktor im Gasthaus von Radmer

Hoher Nostalgiefaktor im Gasthaus von Radmer

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Mödlingerhütte – Heßhütte (St. LRWW, Teil 19)

Heßhütte
Was wir gerne verdrängen: wir sind auf dem Nordalpenweg 01, der vom Wienerwald bis an den Bodensee führt, unterwegs. Und der ist so etwas wie der Tesla unter den Wanderwegen. Heißt: dementsprechend konditionell beinander sind seine Bezwinger und desto unrealistisch und übermotiviert sind seine Zeitangaben für Hobby-Naturburschinnen wie uns.  4,5 Stunden – so viel geben sie den Weg zur Hesshütte (1699 m) vor. Andere schreiben von 7 bis 8 Stunden Gehzeit und das ist deutlich realistischer, schließlich müssen wir zunächst von der Mödlingerhütte (1523 m) hinunter nach Johnsbach (753 m) um danach auf der anderen Bergseite wieder hinaufzusteigen.
Gesäuse-Panorama in Johnsbach

Gesäuse-Bilderbuchpanorama in Johnsbach

Nach einem super liebevollen Frühstück bewundern wir zunächst das Bergpanorama und steigen dann rund 800 Meter über Forststrassen, Waldwege, Bacherl und Wege an der Enns und bei zwischendurch wieder Handyempfang lauschig nach Johnsbach hinunter. Wir halten für eine Kaffeepause beim Kölblwirt und dann heißt es Höhenmeter machen. Ca 1000.
Zunächst bei einem rauschenden Wasserfall vorbei, dann steiler über den „zachen Schuh“ dann, bei der Unteren Koderalm und der Sichtung einer schwarzen Schlange (zum Glück sah sie nur diejenige ohne Schlangenphobie) startet das Gesäuse-Bilderbuchpanorama: saftige Almen, butterweiche Böden, steinige zauberhaft mystische Formationen und dahinter atemberaubende Berge.
Anstieg auf die Heßhütte: Der "zache Schuach", da muss ma durch

Anstieg auf die Heßhütte: Der „zache Schuach“, da muss ma durch

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Der Weg zur Hütte wird immer schöner

Im ersten, steil steigenden Drittel des Weges treffen wir zwei Frauen, die gerade runtersteigen. Sie machen uns Mut: „Das Ärgste habt ihr bereits überstanden“, sagen sie. Und: „Das letzte Drittel ist das Schönste.“ Recht haben sie. Fast eben marschieren wir, zwischen den schroffen Wänden von Hochtor und Hochzinödl über die Quelle Gamsbrunn zur erhaben gelegenen Hesshütte.
Heßhütte

Heßhütte

Dort, wo Frauen zwar nicht mit Dusche aber mit Warmwasser (Danke Sonnenkollektoren), selbst gebrautem Bier, gutem Wein und ausgezeichneter Eierschwammerlsuppe und Hirschgulasch glücklich gemacht werden. Und das enge Zusammenrücken in der ausgebuchten Hütte schadet auch der Kommunikation nicht.
Wir kommen wieder. Zu viele Wege gehen hier weg, für die keine Zeit mehr geblieben ist.
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Klinkhütte – Kalbling – Mödlinger Hütte (St. LRWW, Teil 18)

Der Admonter Kalbling duckt sich im Nebel

Aufstehen mit einer ersten Enttäuschung: es regnet. Und der Berg, auf den wir eigentlich frühmorgens steigen wollten, duckt sich hinter den Wolken. Die gute Nachricht: so bleibt mehr Zeit für das ausgezeichnete Frühstück. 

Ausgezeichnete Sichtverhältnisse beim Aufstieg

Ausgezeichnete Sichtverhältnisse beim Aufstieg

Im Tal scheint schon die Sonne, langsam verziehen sich die Wolken. Nix wie raus und rauf. Von 1486 wollen wir auf 2196 hinaufsteigen und dann noch ca 2 Stunden zur Mödlingerhütte weiterwandern. Übrigens: der Kalbling steht nicht auf der Route des STLRWW, wir nehmen ihn als Fleißaufgabe mit, da wir sonst auf dieser Etappe keinen Gipfelsieg zu verzeichnen hätten.

Der Weg dreht sich einmal um die Felswand

Der Weg dreht sich einmal um die Felswand

Vom Kalbinggatterl steigt es zunächst in Schleifen an den Fuß des felsigen Massivs. Durch ein hübsches Latschenfeld steigen wir weiter empor und queren die Südwand über ein Steinfeld (Achtung, Trittsicherheit erforderlich). Leider bleiben Nebel und eisiger Wind dicht an unsere Fersen geheftet. Über die Westwand steigen wir auf den Speikboden und sehen Dutzende Gämsen auf einen Blick. Das entlohnt die Strapazen des Aufstiegs. Im Gegensatz zu einem nicht gerade üppigem Gipfelkreuz bei Nullsicht im Nebel. 

Die Gämsen am Kalbling scheinen ziemlich relaxed

Die Gämsen am Kalbling scheinen ziemlich relaxed

Den Sparafeld lassen wir angesichts der Eiseskälte aus, dafür geht sich noch ein Suppenstopp in der Sonne auf der Oberst Klinke Hütte aus, bevor wir über einen hübschen Weg bei super Aussicht auf den Admonter Reichenstein und andere schroffe Felswände über die Vordere und Hintere Flitzenalm auf die Mödlinger Hütte hinaufsteigen.

Mödlinger Hütte

Mödlinger Hütte

Was für ein bezaubernder Ort. Hinreißende Zimmer, hübsch dekorierte Lager, kostenlose Warmwasserduschen (so macht man Wanderinnen binnen Minuten glücklich), rein regionales Essen, Steirerkas-Kostproben, Bananen-Marzipan-Schnitten und ein superfreundliches Ehepaar – Alfred und Annabell Stieg – die die Hütte seit 2016 führen. Dazu der atemberaubende Ausblick an einem Ort, dessen Energieversorgung auf Rapsöl und Photovoltaikanlage basiert. Ein echter Tipp für die Übernachtung auf 1523 Metern. 

Ein Matratzenlager ganz für uns: Mödlinger Hütte

Ein Matratzenlager ganz für uns: Mödlinger Hütte

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Trieben – Oberst-Klinke-Hütte (St. LRWW, Teil 17)

Oberst-Klinke-Hütte mit dem imposanten Admonter Kalbling im Hintergrund

Auftakt zur vierten Saison am noch immer weitgehend unbekannten steirischen Landesrundwanderweg. Es wartet das wilde, zauberhafte Gesäuse auf uns. Statt Rottenmann wählen wir die Route über Trieben auf die Oberst Klinke Hütte, da diese kürzer und asphaltbefreiter scheint. 3 Stunden Gehzeit, sagt das Internet.

Trieben

Trieben

Das kommt uns gemütlich vor, deswegen nehmen wir einen späteren Zug von Graz nach Trieben, ziehen noch eine kurze Ortsrunde, um unseren Weg über die Autobahnzufahrt und einer Jausenpause auf der Raststation zu beginnen. Mit Rucksack, Wanderschuhen und Stöcken wirken wir wie Außerirdische zwischen all den motorisierten Menschen und ihren kaffeelüsternden Autobahnaugen.

In der Autobahnrasträtte Trieben decken wir uns mit Jause ein

In der Autobahnrasträtte Trieben decken wir uns mit Jause ein

Dann geht’s endlich los am bislang unmarkiertesten Wegstück des STLRWW obwohl wir eigentlich auf dem Weitwanderweg 08, dem Eisenwurzenweg gehen. Zunächst steigen wir nach Dietmannsdorf hinauf. Höhenmeter machen lautet zunächst das Motto. Eigentlich wollten wir über die Kaiserau und die Sportalm zu unserem heutigen Etappenziel hinaufsteigen. Aber: Irgendwann war da keine einzige Markierung mehr. Und dann tauchte da ein super markierter Weg auf, der nicht in der Karte stand. Wir wählten den und kamen (auf der anderen Seite) beim Edenburgertörl heraus. 

Blick zurück auf Trieben. Hier wäre es zur Kaiserau gegangen, den Weg haben wir aber irgendwo verloren

Blick zurück auf Trieben. Hier wäre es zur Kaiserau gegangen, den Weg haben wir aber irgendwo verloren

Wir entschieden uns dort gegen die Kaiserau und für die Route über die Wagenbänkalm, wo wir während eines Regengusses einkehrten und von der Sennerin sofort auf einen Schnaps und Almraunkerln (das typische Kuhabtriebs-Gebäck) eingeladen wurden. Herzerwärmend.

Erste Blicke aufs Bergpanorama im Gesäuse

Erste Blicke aufs Bergpanorama im Gesäuse

Nach der kurzen Pause hatte Petrus Erbarmen mit uns und so spazierten wir gemütlich über Alm-und Waldboden im Trockenen Richtung Admonter Kalbling, zu dessen Füßen die riesige Oberst Klinke Hütte thront. Die letzte Stunde war die schönste des ganzen Tages, denn nach und nach hob sich der Wolkenvorhang und legte einzelne mächtige Gesäuseberge frei. Ein Panorama als Ansporn. Nach Gulasch und Knödelvatiation, Gerstensaft und Topfenstrudel mit Heidelbeeren genossen wir unser Zweibettzimmer. Und davor den Sonnenuntergang. 

Oberst-Klinke-Hütte mit dem imposanten Admonter Kalbling im Hintergrund

Oberst-Klinke-Hütte mit dem imposanten Admonter Kalbling im Hintergrund

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Planneralm – Oppenberg (St. LRWW, Teil 16)

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Das Schulschikurs-Image haftet an der Planneralm, beim Frühstück im Gästehaus Lackner ist alles hübsch portioniert (dazu in Frischhaltefolie gewickelt) und der Kornspitz, den wir uns zur Gipfeljause richten, auch noch extra verrechnet. Wir starten mit schweren Beinen und ein bisschen gezeichnet von den vielen Höhenmetern der letzten Tage später als sonst, gegen 8.45 Uhr. Der blaue Himmel verspricht einen Traumtag am Berg. 

Haufenweise Gipfel-Auswahl am Plannerknot


Von 1588 m steigen wir zunächst fast im Gänsemarsch mit anderen Wanderern (Samstag!) vorbei am hinreißenden Plannersee aufs Plannerknot (1996 m). Wieder einmal überwältigt uns die Gipfelweitsicht. Hier endet für uns der Salzsteigweg, dem wir (einmal mehr, einmal weniger) von Murau weg gefolgt sind. 

Immer obenauf geht’s zum Hochrettelstein und zur Seekoppe.


Über einen Grat marschieren wir Richtung Hochrettelstein (2200 m) den wir mit eingebauten Stehpausen gegen Mittag erreichen und wo wir auf unseren lieben Kollegen und Etappenwandergast Norbert treffen. Er hat den Berg – und unseren höchsten Gipfel der heutigen LRWW-Tour – von der anderen Seite aus bestiegen. 

Hallo vom Hochrettelstein!


Das ist auch deswegen super, weil er uns für den langen, rund 1200 m tiefen, Abstieg zu seinem Auto motiviert.
Davor geht es aber noch über die scharfe Wand (keine Sorge, die heißt nur so) über die Seekoppe (2150 m) – und wieder eröffnen sich ins neue spektakuläre Ausblicke ins Gesäuse und bis zum Admonter Reichenstein. Und auf die Riednerseen (1984 m). 

Fast schon kitschig: Riednerseen.


Dort Pause: inklusive Schwimmen (mindestens 15 grad) und zwei stand-Up-Paddlern zuschauen, wie sie Kopfstand und Sonnengruss auf dem Bord machen. 

Ziemlich fotogen :)


Lauter Highlights, bevor wir lange und müde runtersteigen und froh sind, bei null Handyempfang, nicht noch nach Oppenberg/bzw Rottenmann hatschen zu müssen. Die letzte Tat der Etappe: ein zünftiges Essen beim Arkadenhof in Leoben. 

Finito!


Spektakulär, wunderschön und schweißtreibend: Das wars für heuer mit dem LRWW. Wir sind mächtig stolz auf uns. Und freuen uns schon auf nächstes Jahr – da geht’s ins Gesäuse …