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Mayerling – Heiligenkreuz – Wien

Tag 11 – der allerletzte. Vom tragischen Mayerling aus starten wir Richtung Heiligenkreuz und begegnen plötzlich vielen Pilgern auf ihrem Weg nach Mariazell. „Woher kommt’s ihr?“, fragen sie uns und staunen, als wir antworten: Aus Graz, zu Fuß und über den Schneeberg. Langsam beschleicht uns das Gefühl, wie weit wir gehatscht sind. Das treibt uns die letzten Kilometer über Wienerwaldhügel und verlassene Ortschaften an.

Als in Sittendorf wieder einmal kein Gasthaus aufzutreiben ist, bitten uns zwei Schwestern, Jahrgang 1923 und 1925 herein. Bei Frucade vom Lagerhaus, der einzigen Einkaufsmöglichkeit im Ort, erzählen sie, was das Dorf früher alles hergab, wie die G’scherten aus der Stadt sich niederließen und wie sich viele Nachbarn gemeinsam vor den Russen im Wald versteckten. Eine herrliche Geschichtsstunde, die unseren Zeitplan durcheinanderhaut.

Der letzte Aufstieg – über den Wienerwald, samt Norwegerwiese, Seewiese und Kugelwiese und schließlich der Kammersteinerhütte (572 m) nähern wir uns der Hauptstadt, auf die wir noch nie blicken konnten. Bei der Josefswarte, direkt neben der Hütte, ist es endlich so weit. Bloß: Mücken verderben uns den Blick, sie umschwärmen uns.

Also nix wie runter über die wunderschöne Perchtoldsdorfer Heide, immer mit der Aussicht darauf, dass es nicht mehr weit sein kann. In Rodaun, bei der Endstation der 60er-Straßenbahn, werden wir mit großem Bahnhof empfangen: Ninas Tante und Onkel warten mit Sekt, Blumen und kleinem Fanclub (in Gestalt einer neugierigen Passantin), wir werden im Auto in die Stadt hinein chauffiert – wie schön! Erste Station ist die Wiener Redaktion der Kleinen Zeitung, wo eine Tasche mit sauberer, stadtfähiger Kleidung wartet. Wie schön!

Der Kreis Graz-Wien schließt sich, wir checken im Hotel Daniel ein. Vom Panoramafenster aus liegt uns die Stadt zu Füßen. Langsam beginnen wir es zu realisieren: Wir sind da.

Ehemaliges Jagdschloss Mayerling

Ehemaliges Jagdschloss des Kronprinzen Rudolph. Originalschauplatz der Tragödie von Mayerling vom 30. Jänner 1889.

 

Mariazell-Gedicht

Schild auf dem Weg zwischen Mayerling und Heiligenkreuz. Hier begleitete uns der Niederösterreichische Mariazellerweg – und einige Pilger kamen uns entgegen.

 

Stift Heiligenkreuz

Hauptzugang zum Stift Heiligenkreuz. Der erste Abt hieß übrigens Gottschalk (1133-47), 2008 sangen die Mönche bei Thomas Gottschalk in „Wetten dass“ gregorianische Choräle.

 

Stift Heiligenkreuz

Stift Heiligenkreuz – Blick in das Mittelschiff des romanischen Langhauses

 

Stift Heiligenkreuz

Stift Heiligenkreuz – barocker Kreuzweg

 

Autobahndurchgang

Nach Heiligenkreuz muss die A21 unterquert werden

 

Pferd in Füllendorf

Diesem Pferd in Füllendorf brachten wir Würfelzucker aus dem Hotel Panhans in Semmering mit. Es wusste das zwar nicht zu würdigen, geschmeckt hat er ihm aber sichtlich.

 

Sittendorf: Zwergerl im Vorgarten

Sittendorf: Zwergerl im Vorgarten

 

Zwei Schwestern in Sittendorf

Diese zwei Schwestern in Sittendorf (88 und fast 90) luden uns auf ein Tratscherl bei Frucade ein. „Die Pilger kommen immer wieder, und schauen, ob wir eh noch leben“, sagen sie.

 

Sittendorf/Naturpark Föhrenberge

Nach Sittendorf geht es durch den Naturpark Föhrenberge steil bergan

 

Kammersteinerhütte - Josefswarte

Endlich: Wien! Den ersten Ausblick auf unser Ziel gab’s erst von der Josefswarte neben der Kammersteinerhütte aus

 

Insektenplage auf der Josefswarte

Der erste Blick auf Wien: Ein erhebender Moment hätte das sein können. Ein Insektenschwarm hat ihn uns nicht gegönnt!

 

Wienerwald: Wegweiser

Die Zeichen verdichten sich, dass der Weg nicht mehr weit ist: Auf den Wegweisern tauchen Wörter wie „Autobus“ und „Straßenbahn“ auf

 

Perchtoldsdorfer Heide

Herrlicher, mückenfreier Ausblick auf den Südwesten Wiens bzw. Perchtoldsdorfs – jetzt sind es nur noch ein paar Minuten!

 

Auf Wiedersehen, Niederösterreich!

Auf Wiedersehen, Niederösterreich!

 

Hello, Vienna!

Hello, Vienna!

 

Endstation Rodaun

Die Straßenbahn-Endstation Rodaun ist auch die Endstation unserer Wanderung. Von Ninas Tante und Onkel gibt’s Sekt, Blumen und Äpfel.

 

Kleine Zeitung Wien

Ein kurzer Abstecher in die Wiener Repräsentanz der Kleinen Zeitung, die am selben Tag noch wegen Renovierung geschlossen wird

 

Ausblick vom Hotel

Sonnenuntergang im Hotel Daniel Wien, Panoramazimmer: Das haben wir uns verdient, aber echt!

 

Autor: Nina Müller

Leute-Redakteurin der Kleinen Zeitung Steiermark.

4 Kommentare

  1. Liebe Julia, liebe Nina,
    ich bin stolz auf euch :-)))
    Kommt’s aber eh wieder heim, gell!!
    LG von der Uni Graz Andi

  2. Schöner Bericht, gefällt mir. Ich kenne den Grazer und den Wiener Mariazellerweg, daher auch einiges von Eurer Wanderung. Habt mir direkt Lust gemacht diesen Weg nachzugehen! Lieben Gruss und weiter so!