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Soboth – Großer Speikkogel (LRWW, Teil 4)

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Fast mit dem Sonnenaufgang stehen wir auf und frühstücken mit zwei Weitwanderern und einem Grazer Radfahrer, der soeben alle österreichischen Landeshauptstädte abgestrampelt hat. Vor dem Anstieg von der Soboth (1066) m auf den Großen Speikkogel (2140 m) shoppen wir noch im örtlichen Bilderbuchgreisler Jause und (abgelaufene!) Limospritzgetränke. Wir hätten auch Trachtenjanker, selbst gestrickte Wollsocken, einen Kelomat, Murmeltiersalbe oder Schulhefte erwerben können. Alles da.

Eigentlich war diese Etappe jene, die wir am meisten fürchteten. Nach der Tortour vom Vortag ist es aber vielmehr so, als spazierten wir auf den Gipfel über Wiesen, weiche Almböden, vorbei an potenziellen Christbäumen, dem luckerten Felsen und anderen Formationen und unter Starkstromleitungen durch. Der Weg steigt bis zur Dreieckhütte (leider an diesem Tag zu wie alle anderen auch) leicht an, danach gehts lange Zeit mehr oder weniger eben zum Jauksattel, wo dann der Aufstieg beginnt – hinter uns Lavantal und Karawanken, vor uns diverse Gipfel. Je höher wir steigen, desto besser das Weitsichtpanorama. Wir steigen, stehen und schauen.

Viele Wege kreuzen oder verlaufen an diesen Weg (Koralm Kristall Trail, Steirischer Höhenweg, LRWW, Kärntner Grenzlandwanderweg). Auf andere Wanderer (2) treffen wir aber erst am Gipfel vor der Radar-Station, wo wir den weiteren Streckenverlauf erahnen und bis auf die drei neuen Windräder der Hebalm schauen. Was uns zuerst gar nicht bewusst ist, wir stehen am höchsten Punkt des europäischen Jakobsweges.

Wir steigen zum Koralpenschutzhaus und Hüttenwirt Hans Motschnig hinunter, genießen die letzten Sonnenstrahlen und erfahren vom Wirt, dass sich der Nebel erst an diesem Morgen duckte. Seit 140 Jahren gibt’s an diesem Ort eine Hütte, Dusche und Zimmer sind auch vorhanden, eine WLAN-Verbindung folgt – und bei köstlichen Kasnudel-Variation, Fischnudeln (gefüllt mit Forellen vom Millstättersee) und Villacher Bier reden wir über Sommer wie damals.

Morgen warten 9 3/4 Stunden Hatsch auf uns. Mal schauen, wie weit wir es dieses Mal schaffen.

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Sonnenaufgang über Soboth

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Und nochmals der Blick aus unserem Zimmer, Alpengasthof Messner

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Nicht so idyllisch: Den Weg hinauf auf den Gipfel kreuzt eine Starkstromleitung

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Der „Luckerte Felsen“ – eine besondere Felsformation auf der Strecke. Hier gibt’s auch einen Stempel für den Lavanttaler Höhenweg (wir nehmen alles!)

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Nochmals der Blick nach unten – jenseits der Stromleitung ;)

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Erinnerungsfoto am Gipfelkreuz („Bleib deiner Heimat treu“, steht da)

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Ein Herz aus Moos am Weg!

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Hüttenwirt Hans Motschnig

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