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St. Lambrecht – Murau (St. LRWW, Teil 11)

Wohin wir auch blicken – aus dem Fenster, in die Wetter-App, ins Internet, in die Zeitung – es schaut gar nicht gut aus. Dicke Wolken hängen in den frühen Morgenstunden über St. Lambrecht, dann fängt es an zu regnen. Zu kübeln. Aber so ganz geben wir nicht auf, setzen uns erstmal gemütlich ans Frühstück und rufen dann die ZAMG an. Und die Meteorlogen sind nicht nur nett, sie haben auch noch gute Nachrichten: „Setzt’s euch noch eine halbe Stunde gemütlich hin, und dann marschiert ihr los“, heißt es: „Ihr geht genau immer der Regenwolke nach.“ Das hören wir sehr gerne – denn gerade die letzte Etappe unserer Wanderung von der Pack nach Murau hätten wir nicht so gerne mit dem Taxi zurückgelegt. 

  
Diesen Ratschlag beherzigen wir doch glatt gerne. Wir steigen in die Wanderschuhe, die vor dem Hotelzimmer übernachten mussten. Und packen bald schon Sonnencreme und Sonnenbrille wieder aus dem Rucksack. Diesmal geht es doch noch ganz schön bergauf – knapp 600 Höhenmeter überwinden wir im wunderhübschen Wald nach St. Lambrecht bis auf die Probster Alm. 

  
Immer begleitet vom Hemmaweg, der ausgehend vom Stift Admont ins kärntnerische Gurk führt, in dessen Domkrypta die heilige Hemma beigesetzt ist, die um 980 als Gräfin von Friesach-Zeltschach geboren wurde und durch  Wohltätigkeit und Stiftertum seit Jahrhunderten in Kärnten, der Steiermark und Slowenien verehrt wird.

Bye bye St. Lambrecht!

Wieder sind wir fast alleine im Wald, nur am Anfang und Ende der Strecke treffen wir Schwammerlsucher, die prall gefüllte Körbe durch den Wald schleppen. Keine Straße, kein Gasthaus, keine Hütte – überhaupt nichts liegt am Weg außer Wald und Wiese. So sind wir froh, als wir unsere Wasserflaschen später bei einem kleinen Bacherl auffüllen können.

Seltsamer Pfeil im Wald

Nach guten fünf Stunden kommen wir auf der anderen Seite wieder hinaus – jetzt geht es Bauernhof um Bauernhof eine Asphaltstraße hinunter nach Murau, das wir schon von Weitem erblickt haben. Nachdem es bald nur mehr ein Asphalthatscher ist, gönnen wir uns ein Taxi (auch wurden – ähem – zu Beginn ein paar unnötige Extrakilometer im Wald zurückgelegt). Und Steinpilznudeln im romantischen Ferner’s Rosenhof, in dem wir leicht naserümpfend bedient werden. Dabei sind wir doch sechs Tage zu Fuß gegangen, um hier zu essen!

Das war’s also für dieses Jahr: Mit der Murtalbahn und den ÖBB geht’s via Unzmarkt wieder zurück ins richtige Leben, nach Graz. Seit dem Start im Vorjahr in Ehrenhausen haben wir es schon weit gebracht: von der Weingegend zur Bierregion. Nächstes Jahr dann auf dem Plan: Murau, Sölktal, Rottenmann. To be continued!

Zeit für ein Taxi. Jetzt reicht's!

   
   

Autor: Nina Müller

Leute-Redakteurin der Kleinen Zeitung Steiermark.

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