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Mödlingerhütte – Heßhütte (St. LRWW, Teil 19)

Heßhütte
Was wir gerne verdrängen: wir sind auf dem Nordalpenweg 01, der vom Wienerwald bis an den Bodensee führt, unterwegs. Und der ist so etwas wie der Tesla unter den Wanderwegen. Heißt: dementsprechend konditionell beinander sind seine Bezwinger und desto unrealistisch und übermotiviert sind seine Zeitangaben für Hobby-Naturburschinnen wie uns.  4,5 Stunden – so viel geben sie den Weg zur Hesshütte (1699 m) vor. Andere schreiben von 7 bis 8 Stunden Gehzeit und das ist deutlich realistischer, schließlich müssen wir zunächst von der Mödlingerhütte (1523 m) hinunter nach Johnsbach (753 m) um danach auf der anderen Bergseite wieder hinaufzusteigen.
Gesäuse-Panorama in Johnsbach

Gesäuse-Bilderbuchpanorama in Johnsbach

Nach einem super liebevollen Frühstück bewundern wir zunächst das Bergpanorama und steigen dann rund 800 Meter über Forststrassen, Waldwege, Bacherl und Wege an der Enns und bei zwischendurch wieder Handyempfang lauschig nach Johnsbach hinunter. Wir halten für eine Kaffeepause beim Kölblwirt und dann heißt es Höhenmeter machen. Ca 1000.
Zunächst bei einem rauschenden Wasserfall vorbei, dann steiler über den „zachen Schuh“ dann, bei der Unteren Koderalm und der Sichtung einer schwarzen Schlange (zum Glück sah sie nur diejenige ohne Schlangenphobie) startet das Gesäuse-Bilderbuchpanorama: saftige Almen, butterweiche Böden, steinige zauberhaft mystische Formationen und dahinter atemberaubende Berge.
Anstieg auf die Heßhütte: Der "zache Schuach", da muss ma durch

Anstieg auf die Heßhütte: Der „zache Schuach“, da muss ma durch

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Der Weg zur Hütte wird immer schöner

Im ersten, steil steigenden Drittel des Weges treffen wir zwei Frauen, die gerade runtersteigen. Sie machen uns Mut: „Das Ärgste habt ihr bereits überstanden“, sagen sie. Und: „Das letzte Drittel ist das Schönste.“ Recht haben sie. Fast eben marschieren wir, zwischen den schroffen Wänden von Hochtor und Hochzinödl über die Quelle Gamsbrunn zur erhaben gelegenen Hesshütte.
Heßhütte

Heßhütte

Dort, wo Frauen zwar nicht mit Dusche aber mit Warmwasser (Danke Sonnenkollektoren), selbst gebrautem Bier, gutem Wein und ausgezeichneter Eierschwammerlsuppe und Hirschgulasch glücklich gemacht werden. Und das enge Zusammenrücken in der ausgebuchten Hütte schadet auch der Kommunikation nicht.
Wir kommen wieder. Zu viele Wege gehen hier weg, für die keine Zeit mehr geblieben ist.

Autor: Nina Müller

Leute-Redakteurin der Kleinen Zeitung Steiermark.

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