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Heßhütte – Radmer (St. LRWW, Teil 20)

Sulzkaralm

Den „zachen Schuach“ haben wir ja gestern problemlos bewältigt, aber heute wird es so richtig zach: Nach Radmer an der Stube liegt eine ziemlich lange Etappe vor uns. 7-8 Stunden Gehzeit schreibt der Alpenverein, für uns wohl eher mindestens 10. Dementsprechend früh starten wir von der Heßhütte aus los. Zunächst gilt es einen Bergsattel zu bewältigen, wir müssen beim „Sulzkarhund“ vorbei. Den Namen hat die Felsformation tatsächlich von dem Hund, den manche Leute im Felsen zu erkennen glauben. Wir haben es nicht gesehen, sorry! Das könnte aber auch daran gelegen haben, dass wir von der Aussicht wieder einmal abgelenkt waren.

Frisch und fröhlich geht es frühmorgens von der Heßhütte los

Frisch und fröhlich geht es frühmorgens von der Heßhütte los

Dafür gibt es aber von noch viel netteren Tier-Begegnungen zu berichten: Am ziemlich steilen Abstieg in Richtung Sulzkaralm pfeift uns nämlich jemand nach! Wir sehen etliche Murmeltiere aus der Entfernung, leider scheinen sie recht schüchtern zu sein. Unsere Bilddokumentation lässt daher etwas zu wünschen übrig. Wieder sorry.

Am Sulzkarhund

Am Sulzkarhund

Mur-mel-tie-re!

Mur-mel-tie-re!

Auch auf dem weiteren Weg verläuft die heutige Etappe tierisch gut: Es gibt eine kleine Herde Pferde, die uns erfreulicherweise auch ignorieren und wenig später bei einer Almhütte eine Jagdhündin mit Streicheldefizit und äußerst entspannte Schweine, die gerade in der Sonne schlafen. An dieser Stelle herzlichen Dank für den Gratis-Saft, lieber Senner!

Bitte streicheln!

Bitte streicheln!

Wir sitzen also kurz in der Sonne und genießen die Landschaft, bevor wenig später erste Anzeichen von Demotivation auftauchen: Der Weg nach Radmer – er würde entlang der Felswand des mächtigen Lugauers führen, mit noch vielen weiteren Höhenmetern bergauf und bergab – ist noch ziemlich weit und wir sind doch heute schon soo weit gegangen! Zeit, sich die Alternativen anzuschauen. Eine wenig begangene Abkürzung durch den Wald, die möglicherweise steil durch Brennnesseln und „Pletschen“ hinaufführt? Oder die Forststraße hinunter nach Hieflau, von wo aus man per Taxi nach Radmer gelangen könnte? Letzteres gewinnt. Dank der Aussicht auf einen Eisbecher im Tal. Und der verheißungsvollen Wegnummer: Es ist die 666! Huch!

Sulzkaralm

Sulzkaralm

Unerschrocken schreiten wir den Wanderweg des Teufels foran und die Gespräche drehen sich immer mehr um die bald zu bestellenden Eisbecher, als uns irgendwann klar wird, warum der Weg so teuflisch ist: Es ist eine eewig lange, öde Forststraße. Die Eisbecher scheinen noch in weiter Ferne, als ein Retter in der Not auftaucht: Wir dürfen mit dem Auto mit ins Tal nach Hieflau hinunter fahren. Danke!

666 - the number of the wanderweg

666 – the number of the wanderweg

Die Zivilisation hat uns wieder und es werden Joghurt-Früchte und „Heiße Liebe“, ein Taxi bringt uns von Hieflau rasch nach Radmer an der Stube, wo wir diesmal in einem Gasthaus unterkommen. Das hat zwar schon eindeutig bessere Tage gesehen (aber: extrem hoher Nostalgiefaktor!!) und das Klump rund um unser Zimmer lässt Erinnerungen an Messie-TV-Shows aufkommen, aber wir werden herzlich empfangen. Und die heiße Dusche tut so gut.

In Radmer sind wir jetzt übrigens schon wieder in einem neuen Bezirk angekommen: Nach Leibnitz, Deutschlandsberg, Voitsberg, Murtal, Murau und Liezen haben wir es nach Leoben geschafft. Bis auf Graz und Graz-Umgebung werden wir am Weg alle steirischen Bezirke durchqueren.

Radmer an der Stube

Radmer an der Stube

Und weil wir uns heute so viele Fuß-Kilometer gespart haben, gehen wir noch eine Runde in Flip-Flops durch den Ort spazieren und schauen uns den Weg von unten an, den wir noch herabkraxeln hätten müssen. Die Entscheidung war die richtige.

Hoher Nostalgiefaktor im Gasthaus von Radmer

Hoher Nostalgiefaktor im Gasthaus von Radmer

Autor: Nina Müller

Leute-Redakteurin der Kleinen Zeitung Steiermark.

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