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Von der Häuslalm auf den Hochschwab (St. LRWW, Teil 23)

Nach dem Gewaltmarsch vom Montag steht heute eine kürzere Etappe auf dem Programm. Die Wegweiser prognostizieren lockere 4,5 Stunden – ein „Wellnesstag“ gegen gestern. Wir brauchen länger, weil wir dauernd stehen bleiben und baff ob der Wucht der Weitsicht und Schönheit der Landschaft sind. Was haben wir die letzten Jahrzehnte versäumt! Über kleine oder größere Schneefelder wandern im Juli, Edelweiß und Enzian in voller Pracht, vereinzeltes Murmeltierpfeifen und die ersten Gämsen, die sich sonnen.

Aufstieg zum Hochschwab

Aufstieg zum Hochschwab

Traumhaftes Wetter, traumhafte Aussicht am Hochschwab

Traumhaftes Wetter, traumhafte Aussicht am Hochschwab

Über Häusltrog, Hundsböden und Speikboden spazieren wir – so kommt es uns nach dem ersten Tag vor – ganz entspannt dem Gipfel entgegen, nicht ohne der einen oder anderen Pause im Gras. Langsam entsteigen wir den Latschenfeldern, die ersten Schon-Wieder-Bergabggehern begegnen uns.

Fleischer Biwak am Hochschwab

Fleischer Biwak am Hochschwab

 

Dann stehen wir schon vor der Fleischer-Biwakschachtel und sehen ihn zum ersten Mal: den Hochschwab. Und in einer halben Stunde haben wir die 2277 Meter erklommen und somit den ersten Gipfel für heuer. Was für einen! Von oben sehen wir das Hochtor, den Ötscher, den Dachstein, den Großen Priel, Schneeberg, Rax, Eisenerzer Reichenstein und all jene, die wir nicht zuordnen können. Fast zwei Stunden schauen wir runter und rätseln, ob es stimmen kann, dass der Schöckl, der Grazer Hausberg, tatsächlich nur 35 km entfernt ist wie angegeben. Was für ein Prachttag.

Am Hochschwab, 2018

Am Hochschwab, 2018

 

Und dabei kommt das Beste ja noch: Der Ausklang im Schiestlhaus mit umwerfendem Sonnenunterg, erlesenen Rotweinen, netten Tischnachbarn, einem eigenen Zimmer, ergiebigem Wasserstrahl und superem Essen (Süsskartoffelcurry und Hirschgulasch) und natürlich einem Gipfelschnapserl. Und all das bei detailverliebtem Interieur von nepalesischen Gebetsfahnen bis zur Simpson-Lichterkette und Musik von Beatles, The XX und experimenteller Lyrik. Traumausgang eines Traumtages. Und: Die Wetterprognosen für den nächsten Tag halten auch.

Schiestlhaus

Schiestlhaus

Abendstimmung vom Schiestlhaus aus

Abendstimmung vom Schiestlhaus aus

Sonnenuntergang am Hochschwab

Sonnenuntergang am Hochschwab

Schiestlhaus-Hüttenwirt Christian Toth

Schiestlhaus-Hüttenwirt Christian Toth

Autor: Nina Müller

Leute-Redakteurin der Kleinen Zeitung Steiermark.

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