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Donnersbachwald – Planneralm (St. LRWW, Teil 15)

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Vom Landhaus Steer (Tipp!) können wir uns nur schwer trennen. Es war mit Abstand die schönste, angenehm riechendste (Zirbenholz) und gourmettechnisch beste Unterkunft (Super Forelle zum Abendessen) in diesem LRWW-Jahr. Chef Herbert stellt uns netterweise in der Früh zur Lärchenkaralm zu, das erspart uns 1,5 h Hatsch – größtenteils auf Asphalt). 

Auf der Lärchenkaralm ist gerade Almantrieb. Nur einer wurde da gelassen.


Ab da wird es aber bilderbuchkitschig schön: blauer Himmel, einsame Berggipfel, Latschenwälder, Moorseen, Vogelbeerennäume, Schmetterlinge, Preiselbeeren und ein hinreißendes 360-Grad-Gipfelpanorama. Über die Goldbachalm steigen wir zur Goldbachscharte hinauf und treffen erstmals gleich mehrere Wanderer. 

Einmal den steilen Aufstieg geschafft, kann man rund um den Plannerkessel am Grat wandern. Die Gipfel reihen sich wie an einer Perlenkette auf. Ganz hinten rechts: die Schoberspitze.


Über namenlose Gipfel gehen wir mit vielen Schaupausen und Blick auf den Grimming, Schloss Trautenfels, Dachsteinmassiv und Co. auf die Karlspitze (2097 m): endlich ein Gipfel. 

Gipfelsieg Karlspitze

Dort treffen wir auf einen Hardcore-Wanderer, der seinen Urlaub ganz alleine im knallroten Zelt in der Senke unter dem Gipfel verbringt. Und an diesem Tag schon zum zehnten Mal auf den Gipfel geht. Er erklärt uns alle Gipfel in Sichtweite. Und warum im Ennstal viele nicht auf Berge steigen, die von Schafen belagert werden. Das dauert. 

Mehr Moor: Beim Abstieg müssen wir aufpassen, dass wir nicht einsinken! Quatsch quatsch …


Ebenso wie der Abstieg auf die Planneralm – durch Moor (inkl. Geräuschen), Lärchenwäldchen im Indian Summer Style und viel Wasser, das die Wege aufgeschwemmt hat.

Den Schildern, auf denen „Achtung, Lebensgefahr“ steht, weichen wir aus – und mit ihnen frisch gehängten Bogenschützern. Endlich auf der Planneralm angekommen, sind wir enttäuscht. Zu Schulschikurszeiten kam einem das mächtiger vor. Bis auf eine Grawe-Firmenfeier ist alles ausgestorben. Kaum zu glauben bei dem Gipfelreichtum! 

Im Schuhraum dürfen sich die Wanderschuhe vom Moor-Abenteuer ausrasten.


Nach Knödel, Sauerkraut, Rindsbraten und Schokokuchen sowie Vogelbeerenschnaps beziehen wir das Gästehaus Lackner; die getragenen Socken sperren wir vorsichtshalber nachts in den Kasten. Der Geruch könnte nämlich töten. 

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Mößna – Donnersbachwald (LRWW, Teil 14)

Aufi-owi, das bestimmt auch den heutigen Tag. Auf der Karte sieht unsere heutige Etappe nicht so weit aus, es geht nur ins nächste Tal, genauer: von den Sölktälern ins Donnersbachtal. 

Wir steigen knapp 1000 Höhenmeter steil hinauf zur Gstemmerscharte. Unseren Blutdruck lässt aber nicht nur der anstrengende Weg hinauf nach oben schnellen: Gleich am Eingang zum Wald warnt ein Schild vor dem „in diesem Gebiet erfreulicherweise großem Vorkommen“ von Kreuzottern warnt. Um Missverständnisse zu vermeiden, warnen wir lieber die Schlangen vor uns und kündigen unser Kommen mit lauten Tritten und Schritten an. Höflichkeit rulez – auch am Berg!

Ein steiler, langer Weg führt uns vom Sölk- ins Donnersbachtal.

Der Lohn ist ein herrlicher Ausblick von der Gstemmerscharte. Und ein herrlicher Rundumblick.

Gipfelgrinser

Unser Zwischenziel: Mörsbachhütte bzw Mörsbachwirt sind schon von weit oben sichtbar

Am letzten Wegstück hinunter nach Donnersbachwald springen uns plötzlich aus dem Wald ein paar Pferde und Kühe entgegen.


Auf dieser Bank lässt sich’s so richtig naturverbunden sitzen.

Donnersbachwald: sieht mit der Mini-Kirche aus wie ein geschrumpfter Ort

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Hölzlerhütte – Mößna (St. LRWW, Teil 13)

Gestärkt von Bauernbrot, Almbutter und Woazer (Germkuchen mit Zimtschneckenaroma) verwerfen wir unseren Routenplan. Statt über die Haseneckscharte und die Neunkirchnerhütte wählen wir die Strecke über die Seifriedsenke und die Broadlahnalm nach St.Nikolai.

Ein Grund: unsere abendliche Tischgesellschaft (ein Bauer und Jäger, ein Viehhalter – sowas erlebt man nur auf einer Almhütte) hat so vom Röhren der Hirsche zur Brunftzeit geschwärmt, dass wir Stadtpflanzen das auch erleben wollten. 

Aber: Außer zwei Hinterteilen von Gamsböcken nix gesehen und wir si d wieder einmal keiner Menschenseele begegnet. Zu Speikaroma und Murmelpfeifen steigen wir zum Funklsee hinauf. Die Wolkendecke zieht sich zwischendurch kurz großzügig zurück, der Blick auf die umliegende Weitsicht von der Seifriedsenke (2150 m) bleibt uns von oben aber verwehrt. Wenige Meter weiter unten schauen wir auf die atemraubende Bergkette – es ist nicht die erste und letzte. Schließlich sind wir von Gipfeln, Scharten, Senken und Spitzen umzingelt. 


Der steile Abstieg zieht sich ein bisserl, endlich am Seifriedbach unten (1520 m) hatschen wir, vorbei an Kühen und Almwiesen, auf der Forststrasse entlang des Seifriedbaches nach Mößna. 

Selten so ein entzückendes Örtchen gesehen: Blumen schmücken die Bushaltestelle, der Kaufladen ist zugleich Post, Bank und Tankstelle und Gänse watscheln uns über den Weg. 

Mößna: Schönste Blumenschmuck-Katastralgemeinde 2015

Achtung „Fußgänger“

 

Wir nächtigen bei einer lokalen Berühmtheit: bei Agnes Lemmerer in der liebevollen Sölkstubn in Mössna. Sie gilt als die Wiederentdeckerin der Kochkiste, in der kleinen Holzbox werden Speisen sanft stundenlang bei sanfter Temperatur   (nach)gegart. Erster Steirerkas der Tour, über Nocken. Schmeckt auf jeden Fall super. 

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Murau – Hölzlerhütte (St. LRWW, Teil 12)

Wir sind wieder da – da, wo uns der Landesrundwanderweg vor einem Jahr ausgespuckt hat. In Murau nehmen wir die Route wieder auf, die uns nun über die Niederen Tauern führen wird.

Wir sind bereits am Sonntag angereist und ein kleines Stück in Richtung Stolzalpe hinaufgegangen, wo wir im Gasthof Käferhube geschlafen haben. Von dort geht’s frühmorgens los. First Etappenziel: die Hölzlerhütte in St. Peter am Kammersberg, kurz vor der Haseneckscharte, die uns (parallel zum Sölkpass) ins Ennstal führen soll. 

Anreise von Graz nach Murau: Der Schienenersatzverkehrsbus als XXL-Stretch-Limousine

Wir nächtigen hoch über Murau im GH Käferhube – ein letzter Blick zurück auf die Mur für ziemlich lange Zeit.

Aufbruch nach St. Peter am Kammersberg – der Vorteil bei solch durchwachsenem Wetter: Regenbogen!!


LKH Stolzalpe – wenn wir uns beim Wandern die Hüfte brechen, kehren wir halt wieder um.


Diese auch als Rumpelkammer genutzte Kapelle steht kurz unter dem Stolzalpengipfel.


So schauts oben auf der Stolzalpe aus.


Angekommen in St. Peter am Kammersberg – dieser Weg ist allerdings nicht über Google Maps zu finden.


St. Peter in der Minimundus-Variante


Zum Grande Finale von Tag eins gehts kilometerweit in den Eselsbachgraben hinein …


… zur sehr netten Hölzlerhütte, wo wir uns für den nächsten Tag stärken.

Word!

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Es geht wieder los: Das nächste LRWW-Teilstück

Wenn man sich die Karte so ansieht, könnte man denken, wir hätten schon fast die Hälfte des steirischen Landesrundwanderwegs geschafft: Von Ehrenhausen auf die Pack ging es in einer Woche 2014, von der Pack nach Murau in einer weiteren 2015. Nun wollen wir das nächste Teilstück in Angriff nehmen – und da werden wesentlich weniger Kilometer gemacht. Weil: Natürlich viel mehr Höhenmeter. Wir wollen die Niederen Tauern queren (genauer die Wölzer und Rottenmanner Tauern) und vom Murtal ins Paltental marschieren.

Unser Ziel, Rottenmann, sollten wir hoffentlich in 5 Tagen erreichen.

Karte Landesrundwanderweg

Der steirische Landesrundwanderweg: Der große Kreis ist der „normale Weg“, der kleine Kreis links zeigt die sogenannte alpine Zusatzvariante – inklusive Dachstein. Foto: wandermap.net

Von Murau geht es nun nach Norden – dabei folgen wir ein paar Tage lang dem Salzsteigweg, dem österreichischen Weitwanderweg 09, der Österreich von Norden nach Süden durchschneidet. Über den Stolzalpen-„Gipfel“, 1000 Meter über Murau, geht es wieder 1000 Höhenmeter hinunter nach St. Peter am Kammersberg. Von dort über die Hintere Pöllau zur Hölzlerhütte und dann über die Haseneckscharte zur Erzherzog-Johann-Hütte und hinunter nach St. Nikolai im Sölztal. Dann marschieren wir über die Gstemmerscharte hinauf zur Mörsbachhütte, von dort hinunter nach Donnersbachwald und wieder hinauf über die Karlspitze und die Goldbachscharte zur Planneralm. Und dann hinunter nach Oppenberg und Rottenmann.

Das wäre der Plan, jetzt muss nur noch das Wetter halten! :)

 

 

 

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St. Lambrecht – Murau (St. LRWW, Teil 11)

Wohin wir auch blicken – aus dem Fenster, in die Wetter-App, ins Internet, in die Zeitung – es schaut gar nicht gut aus. Dicke Wolken hängen in den frühen Morgenstunden über St. Lambrecht, dann fängt es an zu regnen. Zu kübeln. Aber so ganz geben wir nicht auf, setzen uns erstmal gemütlich ans Frühstück und rufen dann die ZAMG an. Und die Meteorlogen sind nicht nur nett, sie haben auch noch gute Nachrichten: „Setzt’s euch noch eine halbe Stunde gemütlich hin, und dann marschiert ihr los“, heißt es: „Ihr geht genau immer der Regenwolke nach.“ Das hören wir sehr gerne – denn gerade die letzte Etappe unserer Wanderung von der Pack nach Murau hätten wir nicht so gerne mit dem Taxi zurückgelegt. 

  
Diesen Ratschlag beherzigen wir doch glatt gerne. Wir steigen in die Wanderschuhe, die vor dem Hotelzimmer übernachten mussten. Und packen bald schon Sonnencreme und Sonnenbrille wieder aus dem Rucksack. Diesmal geht es doch noch ganz schön bergauf – knapp 600 Höhenmeter überwinden wir im wunderhübschen Wald nach St. Lambrecht bis auf die Probster Alm. 

  
Immer begleitet vom Hemmaweg, der ausgehend vom Stift Admont ins kärntnerische Gurk führt, in dessen Domkrypta die heilige Hemma beigesetzt ist, die um 980 als Gräfin von Friesach-Zeltschach geboren wurde und durch  Wohltätigkeit und Stiftertum seit Jahrhunderten in Kärnten, der Steiermark und Slowenien verehrt wird.

Bye bye St. Lambrecht!

Wieder sind wir fast alleine im Wald, nur am Anfang und Ende der Strecke treffen wir Schwammerlsucher, die prall gefüllte Körbe durch den Wald schleppen. Keine Straße, kein Gasthaus, keine Hütte – überhaupt nichts liegt am Weg außer Wald und Wiese. So sind wir froh, als wir unsere Wasserflaschen später bei einem kleinen Bacherl auffüllen können.

Seltsamer Pfeil im Wald

Nach guten fünf Stunden kommen wir auf der anderen Seite wieder hinaus – jetzt geht es Bauernhof um Bauernhof eine Asphaltstraße hinunter nach Murau, das wir schon von Weitem erblickt haben. Nachdem es bald nur mehr ein Asphalthatscher ist, gönnen wir uns ein Taxi (auch wurden – ähem – zu Beginn ein paar unnötige Extrakilometer im Wald zurückgelegt). Und Steinpilznudeln im romantischen Ferner’s Rosenhof, in dem wir leicht naserümpfend bedient werden. Dabei sind wir doch sechs Tage zu Fuß gegangen, um hier zu essen!

Das war’s also für dieses Jahr: Mit der Murtalbahn und den ÖBB geht’s via Unzmarkt wieder zurück ins richtige Leben, nach Graz. Seit dem Start im Vorjahr in Ehrenhausen haben wir es schon weit gebracht: von der Weingegend zur Bierregion. Nächstes Jahr dann auf dem Plan: Murau, Sölktal, Rottenmann. To be continued!

Zeit für ein Taxi. Jetzt reicht's!

   
   

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Von Zeutschach nach St. Lambrecht (St. LRWW, Teil 10)

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Traue niemals den Wetterprognosen: dieser Gedanke beschleicht uns an diesem Tag mehrmals. Weil ab Mittag Regen angesagt ist, stehen wir früh auf, um nach Frühstück mit selbst gebackenen Bauernbrot und Striezel den Weg nach St. Lambrecht anzutreten, wo wir uns – passend zum Regenwetter – in einem Hotel mit Indoorpool und Sauna einquartiert haben. 

   

 
Es kommt anders: Zunächst absolvieren wir einen kurzen Abstecher zum Zeutschacher Ursprung, einer Quelle die nach Angaben auf der Infotafel unfassbare 120 Liter Trinkwasser pro Sekunde ausspuckt (also 10 Millionen Liter Trinkwasser pro Tag). Auch wenn wir das „Lichtwesen“, das über der Quelle schwebt, nicht sehen, gefällt uns der Ort trotzdem.    
 Danach steigen wir auf dem romantischen Wiesen- und Waldweg zur entzückenden Kirche nach Maria Schönanger hinauf: es ist gleichzeitig ein Kreuzweg. Und weil es der 15. August und ein Marienfeiertag ist, treffen wir auf viele Menschen mit Kräuterbüscheln in der Hand. Wir wandern eine Stunde im mittelmäßigen Regen. Nach einer Kaffeepause mit Kärntner Reindling gehen wir auf der anderen Seite wieder runter. 

   
  
 Mit jedem zurückgelegten Höhenmeter hinunter, traut sich die Sonne mehr heraus. Und als wir auf der Schipiste erstmals das imposante Stift von oben sehen, haben sich alle Wolken verzogen. 

Wir haben viel Zeit: für den nach Elementen angeordneten Stiftsgarten, das Stift, Bankerlsitzen, ein Mittagsschläfchen, einen Ortsrundgang, das Stift, den so lange herbeigesehnten Eisbecher und Reden ohne Bergauf-Schnauferei. 

   
   
  
Wir bleiben. Und hoffen auf ebenso falsche Wetterprognosen am nächsten Tag, unserer letzten Etappe, von St. Lambrecht nach Murau. Für diesen Tag ist nämlich viel Regen angesagt. 

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Vom Zirbitzkogel hinunter nach Zeutschach (St. LRWW, Teil 9)

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Der erste Höhepunkt am höchsten Punkt unserer Wanderung kommt früh. Um 5.53 Uhr nämlich. Wecker stellen wäre dafür nicht notwendig gewesen – schon 40 Minuten davor springt das gesamte Matratzenlager auf, um den Wandertag mit einem herrlichen Sonnenaufgang am Zirbitzkogel zu beginnen. Der enttäuscht nicht – und danach schmeckt das Hüttenfrühstück (mit Spiegelei!) umso besser. Das brauchen wir auch, denn noch wissen wir nicht, welcher ungeplante Gewaltmarsch uns noch bevorsteht.

   
 1529 Höhenmeter gilt es hinab nach Neumarkt (847 Meter Seehöhe) zu steigen, der Landesrundwanderweg führt erst steil über Geröll und Almboden, dann aber bald über eine in angenehmen Serpentinen fallende Forststrasse (Weg Nr 315). Viele, viele Serpentinen. „The Long and Winding Road“ im Ohr, gehen wir eine gefühlte Ewigkeit (3,5 Stunden) hinunter in die Ortschaft See und freuen uns schon auf das in der Karte eingezeichnete „Seestüberl“ und den dort servierten köstlichen Eiskaffee, von dem wir 1000 Höhenmeter lang fantasiert haben. 

   
   
Den See von See gibt es noch, das Stüberl ist allerdings Geschichte. Badeanlage und Spielplatz sind verlassen – nur ein einsamer Rasenroboter fährt im Garten seine Runden und gibt nicht auf, auch wenn  er ständig gegen die Wand fährt. Hauptsache: See! Wir erfrischen uns im kalten Wasser, sonnen uns am Steg und legen eine ausgedehnte Müsliriegelpause ein. Und ahnen noch immer nicht, dass der 2-Stunden-Marsch nach Neumarkt zur Nervenprobe werden wird.

   
 Weil es drückend heiß ist, entscheiden wir uns für einen alternativen Weg durch den Wald nach St. Georgen – der allerdings so gut wie unmarkiert ist und immer wieder ins Leere führt. Viele Male gehen wir zurück und starten neu – bis es uns zu bunt wird, und wir (von riesigen Eisbechern in Neumarkt träumend) einfach quer durch den Wald stechen. Als wir den Weg irgendwann doch wieder finden, stellt sich uns dann noch eine Horde neugieriger Jungstiere in den Weg. Als sie plötzlich auf uns zukommen, flüchten wir über den Zaun hinaus – dann landen wir in riesigen Brennnesselbüschen und kommen uns nicht mehr ganz so heldenhaft vor wie am Tag unserer Ankunft am Zirbitzkogel.

  
Viele Liter Schweiß später landen wir endlich in Neumarkt. Die restliche Strecke ins wunderhübsche  Zeutschach sparen wir uns nach der Tor-Tour und fahren mit dem Bus. Und für wenigstens ein Schleckeis ist auch noch Zeit.

  
Eine Nacht lang machen wir Urlaub am Bauernhof und fühlen uns gleich wohl – eine herzliche Familie, zehn Tage alte Kälber, die Milch aus Kübeln nuckeln,  umherstreifende Katzenkinder. Das Bier beim Seidlwirt ist eine angemessene Belohnung. Während wir sogar für eine Nachspeise viel zu müde sind, versuchen an den Tischen um uns die Kellner, den vielen Gästen aus Italia die Speisekarte zu erklären („Des is der mit die Strawberry, handmade“).

   
 

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Von Obdach auf den Zirbitzkogel (St. LRWW, Teil 8)

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Das Ziel ist der höchste Punkt des Steirischen Landesrundwanderwegs: der Zirbitzkogel auf 2396 Metern. Macht, von Obdach (877) aus, eine Differenz von mehr als 1500 Höhenmetern. Das traut uns niemand zu. „Seid’s ihr narrisch!“ sagen die Raunzer. Oder: „Da übernehmt ihr euch!“ Motivierender klingt da schon Julias Horoskop: 

Die Alt-Chefin vom Landhotel Grogger drängt gar darauf, uns ein Stück Asphalt mit dem Auto zu führen – am liebsten bis zur Sabathyhütte (2h vor dem Gipfel). Wir steigen aber lieber 6h vorher, bei Warbach, aus. Das Motto des Tages: bergauf gehen. Über Forststrassen, Waldsteige, Almböden, Wiesen. Bei der Waldheimhütte tanken wir Apfelsaft und schlecken frisch angeliefertes Eis.

Dann die Qual der Wahl: auf den Zirbitz führen viele Wege. Der Führer rät jenen über den Wildsee. Die Tischnachbarn raten davon ab. Wir entscheiden uns für den goldenen Mittelweg mit der Nummer 321 bzw 45: durch einen zauberhaften Zirbenwald, vorbei am Türkenkreuz, über eine herrlich weite Almwiese und vorbei am erfrischenden (von Julia getestet) Lavantsee (dessen Wasser weit weiter nach Kärnten fließen wird) gehts zum Schluss steil bergauf zum Zirbitzkogel.

Bei derart traumhaften Bedingeungen sind auch die 1500 Höhenmeter ein Vergnügen, nur die letzten steilen 100 vielleicht weniger.

Bei Wirt Werni ist die Hütte heute voll. Und auch die Zirbitzbuam haben sich angesagt. Vielleicht gibt’s noch Musi?

 

  
    

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Vom Salzstieglhaus bis nach Obdach – St. LRWW Teil 7

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Nach einer mächtigen Portion Schlaf starten wir in den Bergtag: Zuerst geht’s auf den Speikkogel (begleitet von Speik-Stinke-Aroma), danach am Fuße des Weißensteins zur Weißensteinhütte, davor stellt sich uns noch ein verlassenes Kälblein in den Weg. Bei der Hütte reicht die Wirtin Kaffee und Krügerl aus dem Fenster: sehr praktisch.

Danach steigen wir bergab, müssen zuerst über einen auf dem Weg aufgetürmten Haufen aus Steinen und Erden, danach auf dem gewalzten Gemisch. Und dazu werden wir am Wanderweg umgeleitet: ins Nichts.

Je tiefer wir steigen, desto heißer wird’s – und desto weniger Menschen treffen wir. Das kann aber auch am Klara-Kirtag liegen, zu dem die Massen ins Alte Almhaus strömen. Es zieht sich ein bissi. Wir freuen uns auf Kaffee und Kuchen beim Tirolerwirt. Aber: Der sperrte vor zwei Jahren zu. Wir pausieren trotzdem im einzigen Schattenplatz weit und breit: neben der Straße im Graben. Nachbarn grüßen uns, fragen uns, ob wir durstig sind und Autofahrer schauen mitleidig. Ein Mann bietet uns an, uns mit dem Auto seiner Tochter nach Obdach zu führen, wir verneinen, sitzen Minuten später aber trotzdem drin. Gut für uns, unsere Unterkunft, das Landhotel Grogger, hat nämlich einen Pool und super regionale Küche.