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Es geht wieder los: Das nächste LRWW-Teilstück

Wenn man sich die Karte so ansieht, könnte man denken, wir hätten schon fast die Hälfte des steirischen Landesrundwanderwegs geschafft: Von Ehrenhausen auf die Pack ging es in einer Woche 2014, von der Pack nach Murau in einer weiteren 2015. Nun wollen wir das nächste Teilstück in Angriff nehmen – und da werden wesentlich weniger Kilometer gemacht. Weil: Natürlich viel mehr Höhenmeter. Wir wollen die Niederen Tauern queren (genauer die Wölzer und Rottenmanner Tauern) und vom Murtal ins Paltental marschieren.

Unser Ziel, Rottenmann, sollten wir hoffentlich in 5 Tagen erreichen.

Karte Landesrundwanderweg

Der steirische Landesrundwanderweg: Der große Kreis ist der „normale Weg“, der kleine Kreis links zeigt die sogenannte alpine Zusatzvariante – inklusive Dachstein. Foto: wandermap.net

Von Murau geht es nun nach Norden – dabei folgen wir ein paar Tage lang dem Salzsteigweg, dem österreichischen Weitwanderweg 09, der Österreich von Norden nach Süden durchschneidet. Über den Stolzalpen-„Gipfel“, 1000 Meter über Murau, geht es wieder 1000 Höhenmeter hinunter nach St. Peter am Kammersberg. Von dort über die Hintere Pöllau zur Hölzlerhütte und dann über die Haseneckscharte zur Erzherzog-Johann-Hütte und hinunter nach St. Nikolai im Sölztal. Dann marschieren wir über die Gstemmerscharte hinauf zur Mörsbachhütte, von dort hinunter nach Donnersbachwald und wieder hinauf über die Karlspitze und die Goldbachscharte zur Planneralm. Und dann hinunter nach Oppenberg und Rottenmann.

Das wäre der Plan, jetzt muss nur noch das Wetter halten! :)

 

 

 

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St. Lambrecht – Murau (St. LRWW, Teil 11)

Wohin wir auch blicken – aus dem Fenster, in die Wetter-App, ins Internet, in die Zeitung – es schaut gar nicht gut aus. Dicke Wolken hängen in den frühen Morgenstunden über St. Lambrecht, dann fängt es an zu regnen. Zu kübeln. Aber so ganz geben wir nicht auf, setzen uns erstmal gemütlich ans Frühstück und rufen dann die ZAMG an. Und die Meteorlogen sind nicht nur nett, sie haben auch noch gute Nachrichten: „Setzt’s euch noch eine halbe Stunde gemütlich hin, und dann marschiert ihr los“, heißt es: „Ihr geht genau immer der Regenwolke nach.“ Das hören wir sehr gerne – denn gerade die letzte Etappe unserer Wanderung von der Pack nach Murau hätten wir nicht so gerne mit dem Taxi zurückgelegt. 

  
Diesen Ratschlag beherzigen wir doch glatt gerne. Wir steigen in die Wanderschuhe, die vor dem Hotelzimmer übernachten mussten. Und packen bald schon Sonnencreme und Sonnenbrille wieder aus dem Rucksack. Diesmal geht es doch noch ganz schön bergauf – knapp 600 Höhenmeter überwinden wir im wunderhübschen Wald nach St. Lambrecht bis auf die Probster Alm. 

  
Immer begleitet vom Hemmaweg, der ausgehend vom Stift Admont ins kärntnerische Gurk führt, in dessen Domkrypta die heilige Hemma beigesetzt ist, die um 980 als Gräfin von Friesach-Zeltschach geboren wurde und durch  Wohltätigkeit und Stiftertum seit Jahrhunderten in Kärnten, der Steiermark und Slowenien verehrt wird.

Bye bye St. Lambrecht!

Wieder sind wir fast alleine im Wald, nur am Anfang und Ende der Strecke treffen wir Schwammerlsucher, die prall gefüllte Körbe durch den Wald schleppen. Keine Straße, kein Gasthaus, keine Hütte – überhaupt nichts liegt am Weg außer Wald und Wiese. So sind wir froh, als wir unsere Wasserflaschen später bei einem kleinen Bacherl auffüllen können.

Seltsamer Pfeil im Wald

Nach guten fünf Stunden kommen wir auf der anderen Seite wieder hinaus – jetzt geht es Bauernhof um Bauernhof eine Asphaltstraße hinunter nach Murau, das wir schon von Weitem erblickt haben. Nachdem es bald nur mehr ein Asphalthatscher ist, gönnen wir uns ein Taxi (auch wurden – ähem – zu Beginn ein paar unnötige Extrakilometer im Wald zurückgelegt). Und Steinpilznudeln im romantischen Ferner’s Rosenhof, in dem wir leicht naserümpfend bedient werden. Dabei sind wir doch sechs Tage zu Fuß gegangen, um hier zu essen!

Das war’s also für dieses Jahr: Mit der Murtalbahn und den ÖBB geht’s via Unzmarkt wieder zurück ins richtige Leben, nach Graz. Seit dem Start im Vorjahr in Ehrenhausen haben wir es schon weit gebracht: von der Weingegend zur Bierregion. Nächstes Jahr dann auf dem Plan: Murau, Sölktal, Rottenmann. To be continued!

Zeit für ein Taxi. Jetzt reicht's!

   
   

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Von Zeutschach nach St. Lambrecht (St. LRWW, Teil 10)

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Traue niemals den Wetterprognosen: dieser Gedanke beschleicht uns an diesem Tag mehrmals. Weil ab Mittag Regen angesagt ist, stehen wir früh auf, um nach Frühstück mit selbst gebackenen Bauernbrot und Striezel den Weg nach St. Lambrecht anzutreten, wo wir uns – passend zum Regenwetter – in einem Hotel mit Indoorpool und Sauna einquartiert haben. 

   

 
Es kommt anders: Zunächst absolvieren wir einen kurzen Abstecher zum Zeutschacher Ursprung, einer Quelle die nach Angaben auf der Infotafel unfassbare 120 Liter Trinkwasser pro Sekunde ausspuckt (also 10 Millionen Liter Trinkwasser pro Tag). Auch wenn wir das „Lichtwesen“, das über der Quelle schwebt, nicht sehen, gefällt uns der Ort trotzdem.    
 Danach steigen wir auf dem romantischen Wiesen- und Waldweg zur entzückenden Kirche nach Maria Schönanger hinauf: es ist gleichzeitig ein Kreuzweg. Und weil es der 15. August und ein Marienfeiertag ist, treffen wir auf viele Menschen mit Kräuterbüscheln in der Hand. Wir wandern eine Stunde im mittelmäßigen Regen. Nach einer Kaffeepause mit Kärntner Reindling gehen wir auf der anderen Seite wieder runter. 

   
  
 Mit jedem zurückgelegten Höhenmeter hinunter, traut sich die Sonne mehr heraus. Und als wir auf der Schipiste erstmals das imposante Stift von oben sehen, haben sich alle Wolken verzogen. 

Wir haben viel Zeit: für den nach Elementen angeordneten Stiftsgarten, das Stift, Bankerlsitzen, ein Mittagsschläfchen, einen Ortsrundgang, das Stift, den so lange herbeigesehnten Eisbecher und Reden ohne Bergauf-Schnauferei. 

   
   
  
Wir bleiben. Und hoffen auf ebenso falsche Wetterprognosen am nächsten Tag, unserer letzten Etappe, von St. Lambrecht nach Murau. Für diesen Tag ist nämlich viel Regen angesagt. 

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Vom Zirbitzkogel hinunter nach Zeutschach (St. LRWW, Teil 9)

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Der erste Höhepunkt am höchsten Punkt unserer Wanderung kommt früh. Um 5.53 Uhr nämlich. Wecker stellen wäre dafür nicht notwendig gewesen – schon 40 Minuten davor springt das gesamte Matratzenlager auf, um den Wandertag mit einem herrlichen Sonnenaufgang am Zirbitzkogel zu beginnen. Der enttäuscht nicht – und danach schmeckt das Hüttenfrühstück (mit Spiegelei!) umso besser. Das brauchen wir auch, denn noch wissen wir nicht, welcher ungeplante Gewaltmarsch uns noch bevorsteht.

   
 1529 Höhenmeter gilt es hinab nach Neumarkt (847 Meter Seehöhe) zu steigen, der Landesrundwanderweg führt erst steil über Geröll und Almboden, dann aber bald über eine in angenehmen Serpentinen fallende Forststrasse (Weg Nr 315). Viele, viele Serpentinen. „The Long and Winding Road“ im Ohr, gehen wir eine gefühlte Ewigkeit (3,5 Stunden) hinunter in die Ortschaft See und freuen uns schon auf das in der Karte eingezeichnete „Seestüberl“ und den dort servierten köstlichen Eiskaffee, von dem wir 1000 Höhenmeter lang fantasiert haben. 

   
   
Den See von See gibt es noch, das Stüberl ist allerdings Geschichte. Badeanlage und Spielplatz sind verlassen – nur ein einsamer Rasenroboter fährt im Garten seine Runden und gibt nicht auf, auch wenn  er ständig gegen die Wand fährt. Hauptsache: See! Wir erfrischen uns im kalten Wasser, sonnen uns am Steg und legen eine ausgedehnte Müsliriegelpause ein. Und ahnen noch immer nicht, dass der 2-Stunden-Marsch nach Neumarkt zur Nervenprobe werden wird.

   
 Weil es drückend heiß ist, entscheiden wir uns für einen alternativen Weg durch den Wald nach St. Georgen – der allerdings so gut wie unmarkiert ist und immer wieder ins Leere führt. Viele Male gehen wir zurück und starten neu – bis es uns zu bunt wird, und wir (von riesigen Eisbechern in Neumarkt träumend) einfach quer durch den Wald stechen. Als wir den Weg irgendwann doch wieder finden, stellt sich uns dann noch eine Horde neugieriger Jungstiere in den Weg. Als sie plötzlich auf uns zukommen, flüchten wir über den Zaun hinaus – dann landen wir in riesigen Brennnesselbüschen und kommen uns nicht mehr ganz so heldenhaft vor wie am Tag unserer Ankunft am Zirbitzkogel.

  
Viele Liter Schweiß später landen wir endlich in Neumarkt. Die restliche Strecke ins wunderhübsche  Zeutschach sparen wir uns nach der Tor-Tour und fahren mit dem Bus. Und für wenigstens ein Schleckeis ist auch noch Zeit.

  
Eine Nacht lang machen wir Urlaub am Bauernhof und fühlen uns gleich wohl – eine herzliche Familie, zehn Tage alte Kälber, die Milch aus Kübeln nuckeln,  umherstreifende Katzenkinder. Das Bier beim Seidlwirt ist eine angemessene Belohnung. Während wir sogar für eine Nachspeise viel zu müde sind, versuchen an den Tischen um uns die Kellner, den vielen Gästen aus Italia die Speisekarte zu erklären („Des is der mit die Strawberry, handmade“).

   
 

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Von Obdach auf den Zirbitzkogel (St. LRWW, Teil 8)

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Das Ziel ist der höchste Punkt des Steirischen Landesrundwanderwegs: der Zirbitzkogel auf 2396 Metern. Macht, von Obdach (877) aus, eine Differenz von mehr als 1500 Höhenmetern. Das traut uns niemand zu. „Seid’s ihr narrisch!“ sagen die Raunzer. Oder: „Da übernehmt ihr euch!“ Motivierender klingt da schon Julias Horoskop: 

Die Alt-Chefin vom Landhotel Grogger drängt gar darauf, uns ein Stück Asphalt mit dem Auto zu führen – am liebsten bis zur Sabathyhütte (2h vor dem Gipfel). Wir steigen aber lieber 6h vorher, bei Warbach, aus. Das Motto des Tages: bergauf gehen. Über Forststrassen, Waldsteige, Almböden, Wiesen. Bei der Waldheimhütte tanken wir Apfelsaft und schlecken frisch angeliefertes Eis.

Dann die Qual der Wahl: auf den Zirbitz führen viele Wege. Der Führer rät jenen über den Wildsee. Die Tischnachbarn raten davon ab. Wir entscheiden uns für den goldenen Mittelweg mit der Nummer 321 bzw 45: durch einen zauberhaften Zirbenwald, vorbei am Türkenkreuz, über eine herrlich weite Almwiese und vorbei am erfrischenden (von Julia getestet) Lavantsee (dessen Wasser weit weiter nach Kärnten fließen wird) gehts zum Schluss steil bergauf zum Zirbitzkogel.

Bei derart traumhaften Bedingeungen sind auch die 1500 Höhenmeter ein Vergnügen, nur die letzten steilen 100 vielleicht weniger.

Bei Wirt Werni ist die Hütte heute voll. Und auch die Zirbitzbuam haben sich angesagt. Vielleicht gibt’s noch Musi?

 

  
    

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Vom Salzstieglhaus bis nach Obdach – St. LRWW Teil 7

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Nach einer mächtigen Portion Schlaf starten wir in den Bergtag: Zuerst geht’s auf den Speikkogel (begleitet von Speik-Stinke-Aroma), danach am Fuße des Weißensteins zur Weißensteinhütte, davor stellt sich uns noch ein verlassenes Kälblein in den Weg. Bei der Hütte reicht die Wirtin Kaffee und Krügerl aus dem Fenster: sehr praktisch.

Danach steigen wir bergab, müssen zuerst über einen auf dem Weg aufgetürmten Haufen aus Steinen und Erden, danach auf dem gewalzten Gemisch. Und dazu werden wir am Wanderweg umgeleitet: ins Nichts.

Je tiefer wir steigen, desto heißer wird’s – und desto weniger Menschen treffen wir. Das kann aber auch am Klara-Kirtag liegen, zu dem die Massen ins Alte Almhaus strömen. Es zieht sich ein bissi. Wir freuen uns auf Kaffee und Kuchen beim Tirolerwirt. Aber: Der sperrte vor zwei Jahren zu. Wir pausieren trotzdem im einzigen Schattenplatz weit und breit: neben der Straße im Graben. Nachbarn grüßen uns, fragen uns, ob wir durstig sind und Autofahrer schauen mitleidig. Ein Mann bietet uns an, uns mit dem Auto seiner Tochter nach Obdach zu führen, wir verneinen, sitzen Minuten später aber trotzdem drin. Gut für uns, unsere Unterkunft, das Landhotel Grogger, hat nämlich einen Pool und super regionale Küche. 

   
   

  

  

  

  

  

  

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Pack – Salzstiegl (St. LRWW, Teil 6)

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Endlich wieder losgehen! Eigentlich hätte die Wanderlust uns ja schon im Mai gepackt, aber eine Woche voller Regen und Schnee machte uns einen Strich durch die Rechnung. Doch jetzt, im August, haben wir die Gelegenheit genutzt, uns vor der Hitze im Tal in die Berge flüchten zu können.

Dafür sind wir ausnahmsweise extra früh (5.30!!) aufgestanden, um den Zug nach Köflach zu nehmen, wo schon ein exklusives Privattaxi (Ninas Mama) wartete. Ein Unfall am Bahngleis ließ uns zunächst aber 40 Minuten in Lieboch stranden.  Frühaufsteherbonus futsch. Dafür gab es später eine extra Stärkung in Form von Jechart-Mehlspeisen in Edelschrott. :)

Gestartet sind wir diesmal bei der Knödelhütte in Pack, ein wunderbares Wandergebiet mit toller Hütten-Infrastruktur – hier muss wirklich keiner hungrig und durstig auf der Strecke bleiben. 

Nach einer Rast bei der Bernsteinhütte wandern wir immer entlang des Kärntner Grenzwegs und des Koralm Kristall Trails, es begleiten uns herrliche Aussichten in die Weststeiermark, endlose Heidelbeerenfelder (Saison leider schon weitgehend vorbei), mit bunten, ausgetrockneten Flechten bewachsener Almboden und ein leider namenloser Gipfel: ein sehr sehr schöner und wieder mal sehr einsamer Weg. Auf dem wir sogar Zeugen eines ganz besonderen Moments werden dürfen: Auf einer  benachbarten Weide gebärt eine Kuh ein Kalb.

Beim Peterer Sattel (1745 Meter) biegen wir vom LRWW, vorbei an einem brandneuen Speicherteich und den Windrädern Salzstiegl 1 und Salzstiegl 2, ab zum Salzstieglhaus, wo wir übernachten. Bei Babyziegen, trampolinspringenden Kindern – und WLAN.

Special Thanks: an Wanderbegleitung und Beerenschnittenlieferantin Christina und den VIP-Chauffeuren und Schwammerlgulasch-Sponsoren Mama und Papa Müller.

      
            

   

   
      

   

   
   

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Großer Speikkogel – Hebalm (LRWW, Teil 5)

Herrlicher Gipfelweg: vom Speik hinab über die Hühnerstütze

Nach einer langen Nacht (ca 21.30 bis 6.30 Uhr) schauen wir morgens auf die Karawanken oder Stift Sankt Paul hinunter. An klaren Tagen könnte man sogar den Wörthersee erspechteln.Wir starten vom Koralpenhaus erneut auf den Gipfel und schlängeln uns an einem perfekten Altweibersommertag zunächst bis zur Hühnerstütze, wo wir steil bergab gehen. Bis zum Parkplatz der Weinebene ist es noch eine Stunde Fußmarsch – und in dieser Zeit begegnen uns mehr Menschen – darunter viele „Grüß Gott“-Sager (wir sind sture Wander-Duzer) – als in den vier Tagen davor.

Beim Alpengasthaus „Weinofenblick“ pausieren wir kurz (bei FM4-Sound!), packen uns eine Jause ein und steigen steil – vorbei an einer Telefonhäuschenbushaltestelle (!) und der Pauluskapelle – zur Handalm. Hinauf, wo ein prächtiger Ausblick mit vielen bizarren Felsöfenformationen auf uns wartet. Und Unmengen von Heidelbeeren. Wieder einmal. Wir naschen unsere Zungen und Hände blau und trödeln auf dem Weg über Alm-, Moos-, Gras- und Gatschböden. Immer weiter gehen, das zählt.

Der Alltag in Graz liegt nicht 40 Autominuten, sondern mindestens 4000 gefühlte Autobahnkilometer entfernt. Wir sind eingegangen und könnten vielleicht noch Wochen weitergehen. Da sich aber wieder erste dunkle Wochen über uns zusammenbrauen und die Wetteraussichten für Sonntag und Montag mies sind, gehen wir nur bis zur Hebalm, besichtigen den Dom des Waldes, ein Landart-Projekt von Anne und Peter Knoll nach Vorbild des Mailänder Doms. Das reicht. Ninas Eltern holen uns ab und wir essen zum letzten Mal Kasnudeln – bei Maximilian Schells Lieblingswirt, dem Hanslwirt in Preitenegg.

Wir hören nun für dieses Mal auf, aber wir gehen weiter. Vielleicht schon im Winter.

 

Blick zurück aufs Koralpenhaus

Herrlicher Gipfelweg: vom Speik hinab über die Hühnerstütze

Weinebene: "Willkommen in Kärnten"

Weinebene: „Willkommen in Kärnten“

Am Parkplatz der Weinebene lässt sich stilvoll telefonieren

Am Parkplatz der Weinebene lässt sich stilvoll telefonieren

Handalpe: Hübsche Lacken und bizarre Felsformationen

Handalpe: Hübsche Lacken und bizarre Felsformationen

Rasten inmitten von Heidelbeerfeldern

Rasten inmitten von Heidelbeerfeldern

Heidelbeeren!!!

Heidelbeeren!!!

Bei der Rehbockhütte auf der Hebalm treffen wir Ninas Eltern

Bei der Rehbockhütte auf der Hebalm treffen wir Ninas Eltern

Kultur zur Belohnung: Kurzer Abstecher in den Dom des Waldes

Kultur zur Belohnung: Kurzer Abstecher in den Dom des Waldes

Sonnenuntergang in Preitenegg

Sonnenuntergang in Preitenegg

 

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Soboth – Großer Speikkogel (LRWW, Teil 4)

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Fast mit dem Sonnenaufgang stehen wir auf und frühstücken mit zwei Weitwanderern und einem Grazer Radfahrer, der soeben alle österreichischen Landeshauptstädte abgestrampelt hat. Vor dem Anstieg von der Soboth (1066) m auf den Großen Speikkogel (2140 m) shoppen wir noch im örtlichen Bilderbuchgreisler Jause und (abgelaufene!) Limospritzgetränke. Wir hätten auch Trachtenjanker, selbst gestrickte Wollsocken, einen Kelomat, Murmeltiersalbe oder Schulhefte erwerben können. Alles da.

Eigentlich war diese Etappe jene, die wir am meisten fürchteten. Nach der Tortour vom Vortag ist es aber vielmehr so, als spazierten wir auf den Gipfel über Wiesen, weiche Almböden, vorbei an potenziellen Christbäumen, dem luckerten Felsen und anderen Formationen und unter Starkstromleitungen durch. Der Weg steigt bis zur Dreieckhütte (leider an diesem Tag zu wie alle anderen auch) leicht an, danach gehts lange Zeit mehr oder weniger eben zum Jauksattel, wo dann der Aufstieg beginnt – hinter uns Lavantal und Karawanken, vor uns diverse Gipfel. Je höher wir steigen, desto besser das Weitsichtpanorama. Wir steigen, stehen und schauen.

Viele Wege kreuzen oder verlaufen an diesen Weg (Koralm Kristall Trail, Steirischer Höhenweg, LRWW, Kärntner Grenzlandwanderweg). Auf andere Wanderer (2) treffen wir aber erst am Gipfel vor der Radar-Station, wo wir den weiteren Streckenverlauf erahnen und bis auf die drei neuen Windräder der Hebalm schauen. Was uns zuerst gar nicht bewusst ist, wir stehen am höchsten Punkt des europäischen Jakobsweges.

Wir steigen zum Koralpenschutzhaus und Hüttenwirt Hans Motschnig hinunter, genießen die letzten Sonnenstrahlen und erfahren vom Wirt, dass sich der Nebel erst an diesem Morgen duckte. Seit 140 Jahren gibt’s an diesem Ort eine Hütte, Dusche und Zimmer sind auch vorhanden, eine WLAN-Verbindung folgt – und bei köstlichen Kasnudel-Variation, Fischnudeln (gefüllt mit Forellen vom Millstättersee) und Villacher Bier reden wir über Sommer wie damals.

Morgen warten 9 3/4 Stunden Hatsch auf uns. Mal schauen, wie weit wir es dieses Mal schaffen.

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Sonnenaufgang über Soboth

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Und nochmals der Blick aus unserem Zimmer, Alpengasthof Messner

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Nicht so idyllisch: Den Weg hinauf auf den Gipfel kreuzt eine Starkstromleitung

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Der „Luckerte Felsen“ – eine besondere Felsformation auf der Strecke. Hier gibt’s auch einen Stempel für den Lavanttaler Höhenweg (wir nehmen alles!)

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Nochmals der Blick nach unten – jenseits der Stromleitung ;)

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Erinnerungsfoto am Gipfelkreuz („Bleib deiner Heimat treu“, steht da)

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Ein Herz aus Moos am Weg!

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Hüttenwirt Hans Motschnig

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Eibiswald – Soboth (LRWW, Teil 3)

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In der Früh lesen wir in der Zeitung, dass die Straße ab Soboth gesperrt ist und viele Urlauber absagen: wegen Hangrutsch. Die Wanderwege sind aber frei und meist einsam. Auf dem Weg (in der Gegenrichtung wäre es Etappe eins eines der steirischen Mariazellerwege) treffen wir überhaupt nur ein anderes Wanderpaar: zwei Gehörlose, die uns nach kurzer Zeit gewaltig abhängen.

Wir steigen durch das hübsche Eibiswald, durchqueren Aibl und steigen im Wald hinauf. Leider, unser Fehler (gschlamperte Kartenvorbereitung), müssen wir die ca 750 geschafften Höhenmeter fast zur Gänze wieder steil im Wald runter – und dann, auf der anderen Seite des Grabens, wieder ebenso steil hinauf. Gut, dass wir das erst nachher wussten. Dazwischen ein paar umgefallene Bäume, ein über sich hinauswachsender Bach, den wir überschreiten müssen, Schmetterlinge, Brennesseln und viele perfekten Lichtungen mit Wiesen zum Liegen und Rasten.

Andere nennen uns ab heute nur noch Heldinnen, weil wir kurz vor Sonnenuntergang im Alpengasthaus Messner ankommen, obwohl wir uns im Finale im Wald verfranst haben und so mindestens eine Stunde Zusatzhatsch auf uns genommen haben. Endlich kommen wir im Gasthaus an – und das Paar, das uns vor Stunden überholt hat, sitzt schon im Gastraum: Seit zwei Stunden, deuten sie lächelnd mit den Händen.

Egal: Die Nähe zu Kärnten schmeckt – wir sagen nur: Kasnudeln!

Statistik nach drei Tagen und vier Abenden:

  • 0 Blasen
  • 4 Schnäpse
  • 0 Verletzungen
  • 1 Mal unbewusst vom Weg abgewichen
  • 2 Flaschen Wein ungefähr
  • 1 Sonnenbrand pro Nase
  • 4 Weitwanderer getroffen
Sanfter Aufstieg über Aibl

Sanfter Aufstieg über Aibl

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Kurze Rast auf einem geschnitzten Baumsessel

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Durch den vielen Regen der letzten Wochen haben sich im Wald kleine Moortümpel gebildet

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Schon etwas ausgebleicht: das LRWW Logo mit Panther

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Selfie bei der Wiesenrast

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Bei Sonne auf der Wiese lässt es sich herrlich Zeit verplempern – dafür wird’s am Abend knapp!

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Steil bergab geht es zum Bach – und dann wieder steil bergauf :(

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Über diese Brücke musst du gehn …

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Die ersten Kasnocken – sie werden nicht die letzten sein …

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Sehr sympathisch: das Familienteam des Alpengasthofs Messner